KIRCHE: Erster Scheck für Gotteshaus

Geltower Ehepaar gründete Stiftung zum weiteren Erhalt der Dorfkirche

GELTOW - Einen Scheck in Höhe von 450 Euro konnte gestern Pfarrer Martin Kwaschik nach dem Gottesdienst in der Dorfkirche Geltow entgegennehmen. "Meine Frau und ich haben eine Stiftung zur Erhaltung der Kirche gegründet", sagte der Geltower Architekt Rainhardt Pavlitschek. Das Kapital dieser Stiftung, der so genannte Stiftungsstock, sei gewinnbringend angelegt worden, so dass aus seinen Einkünften auch zukünftig regelmäßig Geld für diesen Zweck fließen wird. Ein Teil dieser Einkünfte wird einbehalten, damit der Stiftungsstock weiter wächst.

Der Gottesdienst fand in der warmen Winterkirche unterhalb der Orgelempore statt, die im Zuge der Restaurierung unter Leitung von Pavlitschek eingebaut worden ist. Zuvor war in den Jahren 1999/2000 der Turm saniert und das geometrische Muster seiner Schieferspitze erneuert worden. Es folgten die Wiederherstellung des gesamten Daches und des Kircheninnern bis 2005. Dazu gehört auch eine moderne Heizung, eine Teeküche in der Sakristei und ein eingebautes WC. Das Geld dafür kam neben Fördermitteln aus dem Verkauf des benachbarten Pfarrhauses. Es wird nicht mehr benötigt, da die Geltower Gemeinde inzwischen zum Sprengel der Potsdamer Erlöserkirche gehört. Damit sind nun aber auch fast alle Vermögenswerte der Geltower Gemeinde aufgebraucht.

Als "Haushälter" freute sich Martin Doyé, stellvertretender Vorsitzender des Gemeinekirchenrates, über den Scheck und noch mehr darüber, dass es im nächsten Jahr so weitergehen wird. Damit wurde gleichsam ein Pflegevertrag für das Gotteshaus geschlossen, so Pavlitschek. Die Stiftung wurde bereits 2005 von ihm und seiner Frau Rita gegründet.. Der Stiftungsstock von etwa 15 000 Euro beginnt mittlerweile Erträge abzuwerfen.

Zu Beginn des Gottesdienstes, in dem Pfarrer Kwaschik auch das Abendmahl austeilte, hatte die kleine Gemeinde auch das Adventslied "Wie soll ich dich empfangen" von Paul Gerhardt gesungen, in dessen 4. Strophe es heißt: "...und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut". Nach all den vorausschauenden Regelungen können die Stifter vielleicht hoffen, dass auch ihr gut angelegtes Kapital sich nicht so bald verzehren lassen möge. (Von Peter E. Gramse)

Weitsichtig

Heinz Helwig zum ersten Scheck für den weiteren Erhalt der Dorfkirche in Geltow

Wer miterlebt hat, wie mühevoll es ist, jahrhundertealte Baukunst vor dem Verfall zu bewahren, hat schon ein Interesse daran, das gerettete Bauwerk auch weiterhin eine lange Zeit zu erhalten. So lässt sich wohl das Engagement des Geltower Architekten Rainhardt Pavlitschek und seiner Ehefrau Rita erklären, die sich für die frisch sanierte Dorfkirche im Ort auch in Zukunft einsetzen. Weil der Kirche der Taler nicht so locker in der Tasche sitzt, haben sie eine private Stiftung gegründet. Diese soll der evangelischen Gemeinde finanziell helfen, wenn irgendwann einmal wieder das Dach repariert oder die Fassade neu verputzt werden muss. Für ihre Dorfkirche haben die Gemeindemitglieder mit dem Verkauf ihres Pfarrhauses ein großes Opfer gebracht. Auch wenn das Gebäude in jüngster Zeit kaum noch benötigt wurde. Wie andere Gotteshäuser ist die Geltower Dorfkirche längst nicht mehr nur ein Ort der Gläubigen. Gerade in der gegenwärtigen Adventszeit kommen in die Konzerte und zu den Aufführungen ebenso viele Nicht-Christen in die Kirche und bestaunen nebenbei die Leistungen früherer Baumeister.

Vielleicht finden sich unter diesen Besuchern auch einige, die das Anliegen der Pavlitscheks unterstützen wollen und sich der Stiftung anschließen.

Märkische Allgemeine vom 15. Dezember 2008

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