Dreskaer Kirche: eine kleine, aber feine Dorfschönheit

Wer an Dreska denkt, denkt zuerst an die Kirche.

Dreska 

Die steht, wie es sich gehört, neben der Schule im Zentrum des Ortes. Fast die Hälfte der Dreskaer Einwohner ist heute noch mit der Kirche verbunden. Das sei im Vergleich zu anderen Ortschaften ein passabler Schnitt, so Rosemaria Klaue vom Gemeindekirchenrat.

Nach der Wende bekam die Dreskaer Kirche nicht nur einen neuen Farbanstrich, sondern auch einen bekrönten Turm. Mit mehr als 100 000 DM aus Fördertöpfen, den Mitteln der Kirchgemeinde und der politischen Gemeinde sowie Spenden von Unternehmern wie dem Bauunternehmer Wolfgang Neustadt aus Hohenleipisch und Privatpersonen wurde die umfangreiche Sanierung möglich.

Heute sind es neben der inzwischen allmählich wieder abblätternden Außenfarbe vor allem Geläut und Orgel, die dringend einer Sanierung bedürfen. "Von den vier Glocken können wir maximal zwei betreiben. Die anderen zwei würden sicher noch funktionieren, aber das ist uns zu gefährlich", bringt es Rosemaria Klaue auf den Punkt. Nicht nur das Geläut und die Schlegel müssten dringend saniert werden, auch der Glockenstuhl sei von der Statik her in einem desolaten Zustand.

Die Orgel müsse dringend neu gestimmt werden. Nach Glocken und Orgel stehe vor allem ein sturmsicheres, dichtes Dach des Kirchenschiffes ganz oben auf der Wunschliste. Vielleicht werden einige Wünsche zum 270. Geburtstag der kleinen aber feinen Kirche im Jahr 2011 erfüllt, hofft Rosemaria Klaue.

In den früheren Jahrhunderten, so ist in den alten Aufzeichnungen nachzulesen, war das Dreskaer Gotteshaus eine Hauptkirche. Neben Kraupa und Kahla sei auch Plessa nach Dreska eingepfarrt gewesen. Daran erinnert der einstige Totenweg nach Plessa, der hinter dem Bahnübergang an der Berliner Strecke unmittelbar an Wendts Haus vorbeiführte. Mittlerweile ist er längst überackert. Es heißt, dass auf ihm die Plessaer ihre Toten nach Dreska brachten. Das Gotteshaus in Dreska wurde 1741 neu erbaut, bereits 1540 wird eine Kapelle erwähnt. Die aus Findlingen errichtete Friedhofsmauer trägt die Jahreszahl 1840.

Über Jahrhunderte war Dreska kirchlich eng mit den Nachbarorten Kahla und Plessa verbunden. Die Kirche in Kahla wurde nach dem Brand von 1804 im Jahre 1811 neu eingeweiht. Der alte Friedhof um die Kirche herum war einst dicht belegt, heute finden sich nur noch ganz wenige Gräber. Sie tragen die Namen alteingesessener Familien.

Lausitzer Rundschau vom 22. Dezember 2008

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