DENKMAL: Ein Rosenfest zum St.-Georgs-Tag

Neuer Verein wirbt für alte Kapelle

NEURUPPIN - Der Neuruppiner Verein Stiftung St.-Georgs-Kapelle will die kleine Kirche wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken. In diesem Jahr will der Verein eine alte Tradition wiederbeleben, die es bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben hat: Damals wurde immer am Namenstag des Heiligen Georg im Juni ein Rosenfest rund um das Kirchlein gefeiert.

"In alten Unterlagen haben wir Hinweise darauf gefunden", sagt Torsten Ehrke, der Vorsitzende des Stiftungsvereins. Damals wurde der Georgstag ganz groß gefeiert. "Da gab es alles Mögliche von Pferdesegnungen bis Georgsbräu", sagt Ehrke. der Name des Festes stammt vom Schmuck für die Kirche: Das ganze Haus wurde an diesem Tag mit Rosen herausgeputzt.

Was genau der Neuruppiner Verein in diesem Jahr alles veranstalten will, steht noch nicht fest. Klar ist aber, wann gefeiert wird: am Freitag, 5. Juni.

Unterdessen sammelt der Verein weiter Spenden für ein dringend nötiges Gutachten über die Statik der St.-Georgs-Kapelle. Dass das Haus, das 1362 zum ersten Mal erwähnt wird, baufällig ist, kann jeder sehen. Doch wie groß sind die Schäden genau?

Rund 25 000 Euro würde ein Statikgutachten kosten, sagt Ehrke. "Das wäre die Basis für alle anderen Arbeiten." Ein Problem: Ein solches Gutachten ist wichtig, aber es klingt nicht gerade spektakulär. Spender sehen nicht, wo ihr Geld bleibt. "Und man kann das so schwer in ein Hochglanzprospekt drucken", sagt Ehrke. Also muss der Verein besonders viel Klinkenputzen gehen.

Der Stiftungsverein ist nach dem Verkauf der Kapelle durch die Stadt Neuruppin zum neuen Träger des Kirchleins geworden. Mit dem bereits seit 2004 bestehenden Förderverein, dem Freundeskreis St.-Georgs-Kapelle, hat sich der Stiftungsverein mehr oder weniger überworfen. Der Freundeskreis unter seinem Vorsitzenden Hartmut Wiegank sieht den Trägerverein der Kapelle unter Torsten Ehrke als "Konkurrenz", weil beide Vereine um Spenden für die Sanierung des Kirchleins werben.

Der ältere Freundeskreis hat dem Stiftungsverein deshalb Ende 2008 die Freundschaft gekündigt und zugleich erklärt, er werde sich nicht an den Kosten für das Statikgutachten beteiligen.Ein Grund: Der Freundeskreis hält die Gutachterkosten für überzogen.

Torsten Ehrke ist das Zeichen, dass eine weitere Zusammenarbeit beider Vereine wenig bringt. "Weitere Gespräche mit dem Freundeskreis ergeben derzeit nach Auffassung des Vorstandes keinen Sinn", teilt er mit. "Bei einzelnen Projekten können wir sicher zusammenarbeiten." Doch auf monatelange Diskussionen, welcher der beiden Vereine denn nun für welche Aufgabe zuständig ist, wer öffentlich werben darf und wer nicht darauf habe er keine Lust. (gru)

Märkische Allgemeine vom 13. Februar 2009

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