KONZERT: Musikalischer Genuss für guten Zweck

Belzigs Marienkirche war ausverkauft

BELZIG - Mit einem enthusiastisch gespielten Konzert großer klassisch-romantischer Werke von Richard Wagner, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Anton Bruckner gab das Jugendsinfonieorchester Potsdam am vergangenen Sonntag in der St.-Marien-Kirche der Kur- und Kreisstadt den Auftakt für die diesjährige Konzertreihe "Musikschulen öffnen Kirchen". Die jungen Musiker, allen voran die Solisten Max Lewandowsky (Violine) und Luise Sachse (Klarinette) rissen das Publikum ob ihrer so perfekten wie gefühlvollen Interpretation zu begeistertem Applaus hin.

Johanna Wanka (CDU) hatte die Veranstaltung mit einem Zitat des Komponisten Anton Bruckner eröffnet: "Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen." Die märkische Kulturministerin bezog dies nicht allein auf das unermüdliche musikalische Streben sowohl des Komponisten als auch der jungen Musizierenden. Sie richtete den Fokus zugleich auf das Ansinnen der seit 2007 veranstalteten Konzertreihe. Mit deren Einnahmen sollen peu à peu die 1500 brandenburgischen Kirchen bzw. deren Interieur und Orgeln saniert werden. 1,5 Millionen Euro setzt die Landesregierung Brandenburg pro Jahr dafür ein. Die Summe reicht für jeweils 25 Kirchen, Drittmittelgeber wie private oder kommunale Förderer, Freundeskreise oder eben solche Initiativen wie die der Musikschulen, sind mehr als gefragt.

Das Eintrittsgeld vom Sonntag kommt ohne Abzug der Fenstersanierung in der St.- Marien-Kirche in Belzig zugute. Das erste, pünktlich für das Festkonzert fertig gestellte Mosaikfenster im Altarraum erstrahlt bereits in neuem Glanz.

In seinen Willkommensworten dankte Pfarrer Klaus-Gerhard Reichenheim den Musikern nicht nur für ihr Engagement. Er wies zugleich auf den Belziger Bezug zu dem Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy hin, dessen Werke in diesem Jahr besonders im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Albert Baur, im 19. Jahrhundert Amtsvorgänger Reichenheims, war eng mit dem Komponisten befreundet. Eine kleine Ausstellung in der Kirche dokumentiert dies.

Die Einnahmen des Konzerts dürften zudem erfreulich hoch gewesen sein. Den jungen Musikern war es tatsächlich gelungen, die Kirche zu öffnen und zu füllen; das Konzert war ausverkauft. (Von Kerstin Henseke)

Märkische Allgemeine vom 05. Mai 2009

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