SANIERUNG: Gordischen Knoten lösen

Damit es in der Woltersdorfer Kirche weitergeht

WOLTERSDORF - Von außen ist die fast 200 Jahre alte Woltersdorfer Dorfkirche bereits wieder ein Schmuckstück, damit sie auch im Inneren für kirchliche und kommunale Veranstaltungen erstrahlen kann, fehlen noch 130 000 Euro. Kein Fass ohne Boden, doch auf dem Weg zu einer Förderung aus dem Topf der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) gibt es Hürden.

Da sich der vor fünf Jahren zum Erhalt der Woltersdorfer Dorfkirche gegründete Förderverein von Behörden ausgebremst fühlt, hat Vorsitzender Helmut Scheer jetzt den SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Kuhnert eingeschaltet. Pfarrerin Christiane Beutel schrieb Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) an. Und der schickte Frank Gerstmann vom Ortsverein Kirchmöser/Plaue in die Spur. Bei einem jetzt stattgefundenen Treffen mit Förderverein, Kirchenältesten, Bürgermeister Udo Krüger und Amtschefin Gudrun Liebener sicherten die Politiker zu, beim Lösen des "gordischen Knotens" behilflich sein zu wollen. Sprich beim Einpassen des Projekts in den ILE-Rahmen und bei der Handhabung des Pflichtanteils. Dazu sollen "so schnell wie möglich" Vertreter des zuständigen Ministeriums, des Landesamtes für Landwirtschaft und Flurneuordnung in Brieselang, des Landratsamtes und des kirchlichen Bauamtes an einen Tisch eingeladen werden. Auch eine Finanzspritze vom kreislichen Anteil aus dem Konjunkturpaket II, so der Vorschlag, könnte ausgelotet werden.

Das Konzept für die Woltersdorfer Dorfkirche, die auch Touristen mit Rundblick vom Turm zugänglich gemacht werden soll, passt als weicher Standortfaktor zur ILE, argumentiert Scheer. Regionalmanager Heiko Bansen und die LAG sehen es bisher offenbar etwas anders. Nachdem feststeht, dass weder Kirche noch Verein als Antragsteller fungieren können, will die Kommune einspringen. "Wir sind sehr an der Mitnutzung eines größeren Veranstaltungsraumes interessiert", so Krüger. Ein öffentlich-rechtlicher Gestattungsvertrag zwischen Kirche und Gemeinde ruht seit Jahren in der Schublade.

Wie Architektin Heidrun Fleege betonte, gibt es eine Baugenehmigung. Mit den Denkmalbehörden sei alles abgestimmt. Die 130 000 Euro werden für die Wandgestaltung des Kirchenschiffs einschließlich Apsis und Orgel sowie den abgetrennten kleineren Versammlungsraum in transparenter Glas-Stahl-Konstruktion benötigt.

2005 bis 2007 haben Kirche und Förderverein mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Staat-Kirche-Vertrag und Spenden die Hülle für 230 000 Euro sanieren lassen. Im vorigen Jahr wurde im Innenraum eine denkmalgerechte Rohrputzdecke angebracht. (Von Claudia Nack)

Märkische Allgemeine vom 20. Mai 2009

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