Neuer Turm für ein schmales Handtuch

Kirche im Perleberger Ortsteil Schönfeld 
Ein Bilderbuchmotiv: die Kirche im Perleberger Ortsteil Schönfeld

SCHÖNFELD/ROSENHAGEN - Die schmalste Kirche der Prignitz soll in Schönfeld stehen, sagt Pfarrer Albrecht Preisler. "Wir haben sie innen, im Kirchenschiff, vermessen und kamen auf sieben Meter Breite." Ein Kirchenschiffchen also, das da in dem Perleberger Ortsteil steht. Mit einem Holztürmchen dran, an dem der Zahn der Zeit schon mächtig genagt hat.

Ebenso wenig, wie das genaue Alter des Gotteshauses verbrieft ist - man geht in der Entstehungsgeschichte vom 14. Jahrhundert aus, ist es das Phänomen der schmalsten Prignitzer Kirche. Sicher ist hingegen, dass dem ersten Bauabschnitt, in dem die Fassade des Kirchenschiffs herausgeputzt wurde, demnächst ein zweiter folgt. Der Kirchturm soll grundlegend saniert werden. "Die Konstruktion insgesamt wollen wir erhalten. Allerdings ist eine neue Holzverschalung nötig, die auch auf einem neuen Sockel verankert werden muss", erläutert Kirchenältester Bernhard Höger aus Schönfeld. Während der Sockel aus Eichenholz bestehen soll, wird die Holzverkleidung Lärche sein, "ein sehr widerstandsfähiges, witterungsresistentes Holz", meint Höger, der auch in beruflicher Hinsicht als Bauingenieur weiß, wovon er spricht. Als Kirchenältester engagiert er sich schon mehr als 20 Jahre für die Belange der evangelischen Gemeinde, zu der neben Schönfeld auch Wüsten-Buchholz gehört. 77 Mitglieder zählt die Gemeinde aktuell. Das denkmalgeschützte Kirchlein in Schönfeld nutzen sie fast ausnahmslos für Gottesdienste. Und sie haben es gut im Blick: "Bei solch einem alten Gebäude ist immer irgend etwas fällig. Das Bauen und Sanieren gehört einfach dazu", macht Bernhard Höger deutlich. Schon zu DDR-Zeiten wurde beispielsweise das Turmdach neu mit Schindeln eingedeckt. Die Schönfelder werden zudem aktiv von Sponsoren unterstützt. Jüngstes Beispiel ist Dachdeckermeister Michael Peters, der für die neue Regenentwässerung keine Arbeitszeit berechnete. Auch Spenden werden im Pfarrsprengel Karstädt-Land, zu dem Schönfeld gehört, aktiv eingeworben. Die geschätzten 33 000 Euro für die Turmsanierung können nun mit Hilfe des Kirchenkreises, des Landkreises Prignitz, der Landeskirche, der Sparkassenstiftung und der Stiftung Alte Kirchen aufgebracht werden. Voraussichtlich von August bis Oktober sollen die Bauarbeiten laufen.

Schiff mit Zwischendecke

Gearbeitet wird in Kürze auch in der Kirche Rosenhagen. Hier soll eine Zwischendecke den Innenraum des Schiffes künftig besser nutzbar machen, erklärt Dr. Andreas Draeger, Vorsitzender des Bauausschusses im Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge. Kosten: rund 10 000 Euro. Nächste Woche sollen die Festlegungen zu den Bauarbeiten in einer Sitzung des Gemeindekirchenrates (GKR) konkretisiert werden, so Draeger. Zudem möchte der Kirchenkreis dem GKR vorschlagen, im nächsten Jahr den Turmstumpf sichern zu lassen. "Die Spitze ist einst wegen Baufälligkeit abgetragen worden. An den Wänden bröckelt es. Mit einem Notdach könnte der Turmraum bedingt wieder nutzbar gemacht werden", argumentiert Draeger. Die Rosenhagener Feldsteinkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Der Prignitzer vom 05. Juni 2009

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