Glocken in Gut Saathain sollen bald hängen und 2011 endlich wieder klingen

Saathain Noch in diesem Jahr sollen die drei Glocken wieder in der Saathainer Fachwerkkirche hängen. Das war die wohl erfreulichste Nachricht, die die etwa 30 Vereinsmitglieder und weitere interessierte Saathainer am Freitagabend von der Mitgliederversammlung des Fördervereins Gut Saathain mit nach Hause nehmen konnten.

 
Peter Heyroth (l.), der gemeinsam mit seiner Frau Ruth aus Berlin zur Mitgliederversammlung nach Saathain gekommen war, ließ sich von Joachim Pfützner die Schäden am Turm zeigen.
Foto: Veit Rösler

Demnächst wird eine Zimmerei aus Meißen mit der Erneuerung der Deckenbalken, der Treppen sowie der hölzernen Oktogon-Konstruktuion im oberen Bereich des Kirchturms beginnen. Mit etwa 14 000 Euro sind diese Arbeiten kalkuliert. 30 000 Euro sind im Haushalt der Gemeinde Röderland für die Sanierungsarbeiten am Turm vorgesehen. Eine Summe, die nach Bürgermeisterin Heiderose Hubrig und Vereinsvorsitzenden Joachim Pfützner auf jeden Fall bis Jahresfrist ausgeschöpft werden soll. Die geschätzten Kosten für die gesamte Restaurierung des Turms belaufen sich demnach auf etwa 100 000 Euro.

Dass die Liste der noch notwendigen Arbeiten lang ist, machte Pfützner am Freitag anhand verschiedener Dokumente und auch bei einem kurzen Blick ins Innere der Kirche sehr eindrucksvoll deutlich. Am Turm der Kirche aus dem Jahre 1629 nagt kräftig der Zahn der Zeit, was der Betrachter mittlerweile an der leichten Neigung sowie am maroden Holz sehen kann und was auch keine Verblendungslatten über dem ursprünglichen Fachwerk mehr vertuschen können. Zudem liegen aktuelle Gutachten vor, die auf den bedenklichen Zustand des Turms deutlich hinweisen: Fast alle Balkenköpfe sind hinüber, das Fachwerk wurmstichig und schwammig. Das Oktogon sitzt nur auf teils untergeschobenen Holzkeilen. Um dem Turm Halt zu geben, werden etliche Hölzer durch Stahlhaken festgehalten, andere Teile sind durch Stahlseile verzurrt.

Wie lange sich die Saathainer und speziell der Förderverein mit der Situation des Turms beschäftigen, verdeutliche Joachim Pfützner ebenfalls anhand verschiedener Unterlagen. Grundlage für sämtliche Tätigkeit: Die Fachwerkkirche sei zweifelsfrei Eigentum der Gemeinde Röderland, wies der Vereinschef noch einmal ausdrücklich hin. Rund 25 000 Euro im Wesentlichen Vereinsmittel und auch etliche Spenden sind laut Pfützner bereits in den Erneuerung des Glockenstuhls, die Demontage der Glocken, die Restaurierung der kleinen Glocke, den Guss der zwei neuen Glocken in Lauchhammer sowie in Projektierungsleistungen geflossen.

2011 sollen die drei Glocken wieder in der Kirche läuten, kündigte Pfützner an. Bis dahin ist noch ein Läutwerk anzuschaffen und zu installieren sowie die Läuteordnung mit dem Pfarrer abzustimmen. Denn auch wenn die Glocken in diesem Jahr wieder aufgehängt sind, müssen sie noch stillstehen. Erst wenn die Restaurierungsarbeiten am Fachwerk und Dachstuhl des Turms fertig sind, dürfen sie wieder schwingen und klingen.

Antje Posern

Lausitzer Rundschau vom 08. Juli 2009

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