BAUEN: Der Turm leuchtet

Frische Farbe macht Flecken Zechliner Kirche weithin sichtbar / Dach muss saniert werden

FLECKEN ZECHLIN - So haben die Flecken Zechliner und ihre Besucher ihre Kirche schon lange nicht mehr gesehen: Das Gotteshaus leuchtet jedem entgegen, der die Wittstocker Straße Richtung See entlangläuft. Pfarrer Jann Branding von der Kirchengemeinde Zechliner Land ist glücklich über diesen neuen Eindruck wenn er auch nur vom Turm ausgeht. Der ist seit Kurzem saniert und von außen in einem hellen Beige frisch gestrichen.

"Das ist die Originalfarbe", sagt Jann Branding Die Restauratorin hat den Farbton in einer versteckten Ecke unter der Dachrinne entdeckt. Allerdings können sich selbst die ältesten Flecken Zechliner, die Branding kennt, nicht mehr daran erinnern, dass das Gotteshaus mal in diesem Ton gestrichen war. "So lange die sich erinnern können, war die Kirche immer grau."

Der neue Anstrich ist allerdings nur das äußere Zeichen dafür, dass sich auch im Turm selbst etwas getan hat. Die Farbe hat sich die Gemeinde als kleine Zugabe geleistet: "Man muss auch sehen, das etwas passiert ist", sagt Jann Branding. Seit vergangenen Sommer hat die Kirchengemeinde den Turm vollständig restaurieren lassen. Rund 83 000 Euro hat sie insgesamt in das Projekt investiert. Aufgebracht hat sie es ausschließlich aus eigenen Mitteln und Spenden. Allein 10 000 Euro gab eine Spenderin aus Stuttgart, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Dabei ist die Sanierung teurer geworden als geplant: Nur 72 000 Euro hatte die Gemeinde eingeplant, das reichte aber nicht. Schuld daran war neben den Schäden das Wetter: Beim Wintereinbruch im November waren die Arbeiten nicht beendet, mussten aber bis zum Frühjahr unterbrochen werden.

Der größte Teil des Geldes ist allerdings nicht in die Farbe geflossen, sondern in das Innere des Turms. "Das Fachwerk war in einem schlimmen Zustand", erzählt Pfarrer Branding. Denn der Turm besteht aus einer Fachwerkkonstruktion, die unter dem Putz verborgen ist. Und um diese Balken stand es nicht gut.

Und die Arbeiten am Turm waren nicht das Einzige, was an der größten Kirche der Gemeinde Zechliner Land zu tun ist. Auch das Gebäude selbst ist dringend renovierungsbedürftig. Äußeres Zeichen dafür ist, dass die frische Farbe nur die Westfassade mit dem Turm ziert. Der Rest ist weiterhin grau-braun. Ein Anstrich habe sich nicht gelohnt, so Branding. Denn irgendwann in den nächsten Jahren soll auch das Kirchenschiff saniert werden. Zu lange warten darf die Gemeinde damit nicht. Das Dach ist kaputt und senkt sich. Das sorgt für zusätzlichen Druck auf die Außenmauern, in denen sich bereits Risse gebildet haben. Am deutlichsten sind sie über den beiden Fenstern hinter dem Altar zu sehen.

Bis jetzt fehlt der Kirchengemeinde jedoch das Geld für die weiteren Arbeiten. Jeweils 180 000 Euro würde eine komplette Sanierung von Dach und Mauern kosten, verteilt auf zwei Bauabschnitte für die Nordseite und die Südseite. Bis die Gemeinde dieses Geld zusammen hat, wird es noch dauern. Zumal sie im kommenden Jahr erst einmal mit der Renovierung der Kirche in Zempow beginnen will. "An der ist seit der Wende nichts gemacht worden", sagt Jann Branding. (Von Carsten Schäfer)

Märkische Allgemeine vom 23. Juli 2009

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