Kirchen-Sanierung in Wittichenau beginnt

Wittichenau Von seinem Büro aus hat der Wittichenauer Dr. Jürgen Heidan einen guten Blick auf die katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

 
 
Blick auf die Kirche aus Richtung Kamenzer Straße.
Foto: Hagen Linke

Heidan ist aktives Mitglied der Pfarrgemeinde und führt das Bauingenieurbüro, das die Sanierung des Gotteshauses plant. Am Montag wird er sehen, wie die Einrüstung der dreischiffigen Halle beginnt. Nach jahrelangem Ringen startet der ersten Bauabschnitt. "Die Dachdeckung des Kirchenschiffes soll im Oktober abgeschlossen sein", erklärt Heidan.

Kirchturm soll folgen

Insgesamt sind drei Sanierungsschritte geplant. Nach der Dacherneuerung soll die Fassade nach historischem Vorbild gestaltet werden: "Eine dezente, aber edle Farbgebung in Lichtgrau und Weiß", erklärt Heidan. Im nächsten oder übernächsten Jahr ist die Sanierung des Kirchturmes geplant.

Die letzten umfangreichen Sanierungen an dem Gotteshaus liegen lange zurück. Umso mehr freut es die Wittichenauer, dass dieses Gebäude, das die Stadt am deutlichsten prägt, saniert wird. Bürgermeister Udo Popella sagte unlängst, die Kirche stehe auf dem Präsentierteller der Stadt. Für Thomas Backhaus, Leiter des Baureferats des Bistums Görlitz, ist sie eine der wertvollsten im Bistum. "Die Aufwertung für die Stadt ist das Ziel der Sanierung." Für die komplette Erneuerung der großen Dachfläche werden nicht nur Biberschwanzziegel nach historischem Vorbild verwendet. Auf den Längsseiten sorgen jeweils vier Fledermausgauben für optische Auflockerung. Mit dem Wiederaufbau eines Türmchens wirkt die Dachfläche nicht mehr so schwer. Der Zisterziensische Dachreiter, in der Kirchbaugeschichte auf die Verbindung zum Kloster St. Marienstern hinweisend, ist vor etwa 50 Jahren entfernt worden. "Es ist ein großer Wunsch der Pfarrgemeinde und des Bistums, dass dieses Türmchen wieder auf das Dach kommt", sagt Bauplaner Heidan. In den Turm soll eine kleine Glocke eingebaut werden. Diese Glocke soll zu jeder Heiligen Messe als Wandlungsglocke geläutet werden. Sie schaffe eine besondere Atmosphäre der Besinnung, sagt Kaplan Daniel Laske, und sie habe im christlichen Verständnis mehr als eine Signalfunktion. "Eine Glocke bringt die Verbindung zwischen Himmel und Erde zum Ausdruck".

Rund 300 000 Euro kostet der erste Bauabschnitt.

Die Finanzierung teilen sich Bund, Land, Kommune, Bistum und Pfarrgemeinde. Seit mehreren Jahren hat die Gemeinde bei ihren Mitgliedern viele Spenden eingeworben. Eine Hilfe, die Jürgen Heidan besonders freut, weil sie so wichtig ist. "Es geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen."

Von Hagen Linke

Lausitzer Rundschau vom 08. August 2009

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