SANIERUNG: Zwickel im Sockel

Die Bredereicher Kirche wird außen Stück für Stück erneuert

BREDEREICHE - Im Gemeinderaum ist der Frühstückstisch gedeckt. Kaffee und selbst gebackener Apfelkuchen warten auf die Arbeiter von der Baudenkmalpflege Prenzlau, die zurzeit mit dem dritten Abschnitt der Außenhüllen-Sanierung beschäftigt sind. Carola Hildebrandt vom Gemeindekirchenrat und ihre Mitstreiter halten täglichen Kontakt zu den Bauarbeitern, können so den Baufortschritt verfolgen. Obwohl schon viel geschafft worden ist, wird es mit dem Fertigstellungstermin Ende August wohl eng werden. "Aber wir sind optimistisch, dass die offizielle Einweihung zum Erntedank am 27. September auf jeden Fall gefeiert werden kann", sagt Carola Hildebrandt.

Nicht geplant war beispielsweise, dass die Kiefernholz-Schwelle zwischen Sockel und Fachwerk komplett durch eine aus Eiche ersetzt werden musste. Der Sockel selbst war an vielen Stellen schadhaft. Dort, wo die Fugen schon recht groß waren, haben die Männer Zwickel eingefügt. Das sind kleine Feldsteine. Zwischen Sockel und Schwelle werden Ziegelsteine gesetzt: hochkant (Rollschicht) im Turmbereich und liegend (Plinte) rund ums Kirchenschiff.

Besonders am Ostgiebel sind etliche Bohlen und Gefache ausgewechselt worden. Die beiden Fenster hinter dem Altar bleiben aber vorerst zugemauert. Ein früherer Pfarrer hatte dies mal veranlasst, weil ihm bei einfallender Sonne die Gemeinde nicht mehr ins Gesicht sehen konnte. "Wir wollen Fördermittel beantragen, damit 2010 der Innenraum gemacht werden kann und hoffen, dass es dann auch Geld für die Fenster gibt", sagt Carola Hildebrandt. Das Einsetzen wäre durch das vorhandene Fachwerk ein Leichtes.

Ein Problem haben die Bredereicher aber noch: Christopher Schalinski von der Denkmalschutzbehörde hat irgendwo ausgegraben, dass die Kirche ganz früher mal rot gewesen sei. Diesen Farbton, dazu noch mit weißem Fugenstrich, könne er sich ganz gut fürs Gotteshaus vorstellen. Carola Hildebrandt kann das nicht. "An der Südseite wird eine kleine Musterfläche in diesem Farbton angebracht. Mal seh’n, wie die bei den Bredereichern ankommt." (Von Anke Dworek)

Märkische Allgemeine vom 13. August 2009

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