SANIERUNG: Kirchengemeinde feiert ihre Orgel

Das von Lütkemüller erbaute Instrument wurde instand gesetzt

SCHREPKOW - Die Kirchengemeinde von Schrepkow hat anlässlich der Sanierung und Modernisierung ihrer Lütkemüller-Orgel zu einer festlichen Andacht mit Gesang, Gebeten und anschließendem Konzert in ihr schönes Gotteshaus eingeladen. Es gab eine Lesung, die sich mit der Kirchen- und Orgelgeschichte beschäftigte, sowie Gospelgesänge. Die Veranstalter freuten sich über viele örtliche Gemeindemitglieder und Gäste von außerhalb.

Die Veranstaltung begann mit einer Andacht an der "Arche Noah" dem "Spielschiff" der Schrepkower Kinder am Kirchhof. Während die Gottesdienstteilnehmer auf Stühlen vor dem Schiff saßen, "enterten" Pfarrer Christian Thomas, Pfarrer im Ruhestand Rudolf Gümbel und die Vehliner Liturgieleserin Cornelia Schönfeld die Arche. Im "Unterdeck" spielte Organistin Margitta Ortlieb aus Kunow zunächst die "kleine Orgel" ein Keyboard. Zuvor waren Bläser aus Glöwen aus dem Kirchturm zu hören.

Ein voller und harmonischer Klang

Viele Informationen gab es zur Geschichte der Orgel sowie zu der Schrepkower Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem später aufgesetzten Turm, der 1,50 bis 2,40 Meter starke Mauern besitzt. Seit 1883 wurde der Kirchengesang von den Klängen der Orgel auf der Empore begleitet. Das Instrument mit sieben klingenden Registern, mit einem freien Manual und einem freien Pedal hatte der berühmte Wittstocker Orgelbaumeister Friedrich Hermann Lütkemüller erbaut. 20 Jahre später wurde die Orgel der ersten Sanierung unterzogen.

Nach Regenschäden in der Kirche 1995 versagte die Orgel wesentliche Dienste. 1996 bemühten sich Thomas Schönfeld aus Vehlin und Alexander Schmidt aus Krams um die Sicherung der Bespielbarkeit. In den Jahren 2003/2004 startete dann die Sanierung der Orgel, die sich über mehrere Jahre hinzog und in eine Modernisierung mündete. Die grundlegende Säuberung des Orgelumfeldes und -gehäuses, Ausbau der 500 Pfeifen, Reinigung der verbleibenden Pfeifen und -ersatz, die Neubelegung aller Ventile und Leder waren noch nicht alles an notwendigen Arbeiten. Gebrochene Holzpfeifenhalter mussten verleimt werden, fehlende Zapfen von etlichen Säulchen wurden neu hergestellt. Und die Kirchenorgel von Schrepkow ist modernisiert worden. Um zu tönen, brauchte sie weit über 100 Jahre einen "Windmacher per Pedal", jetzt hat sie einen elektrischen Antrieb für das Gebläse. Die Sanierung übernahm die Firma Nußbücker aus Plau am See.

Beim ersten Teil des Konzerts nahm Margitta Ortlieb an der Orgel Platz. Sie ist seit 58 Jahren Kirchenmusikerin unter anderem in Schrepkow. Kantor Christian Reißhaus aus Bad Wilsnack bestritt den zweiten Teil.

Rudolf Gümbel, Pfarrer im Ruhestand, der seit zehn Jahren mit seiner Gattin in Flecken Zechlin wohnt, verglich während der Andacht die Schrepkower Orgel mit der Kirchengemeinde. Jede Orgelpfeife mit lauten und leisen Tönen habe ihren eigenen Klang, nur wenn alle richtig spielten, jeder einzelne Ton stimme, entstehe daraus ein voller Klang und Harmonie, sagte er . "Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiter so zusammen spielen." Wie die Schrepkower beziehungsweise die Gemeindeglieder über Jahrhunderte bis in heutige Zeiten "zusammen spielten" war auch Bestandteil der Lesung mit Dia-Show von Liane Meißner-Köbbert und Mandy Banik. Zwischendurch gab es Gospelgesänge von zwölf Frauen und Männern aus Schrepkow, Vehlin und Schönhagen. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang der festliche Nachmittag aus. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 29. August 2009

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