Brandenburgs Dorfkirche des Monats steht in Kolpien

Schöna-Kolpien Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat das Gotteshaus von Kolpien zur Dorfkirche des Monats September gekürt. Anliegen der Aktion sei es, sanierungsbedürftigen Baudenkmalen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, erklärt Förderkreis-Geschäftsführer Bernd Janowski.

Brandenburgs Dorfkirche des Monats steht in Kolpien 
Der erste Bauabschnitt an der Kirche steht vor dem Abschluss, doch weitere am Turm und im Innenraum sollen folgen.
Foto: Förderkreis

Dr. Hans Krag, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, erzählt, der Förderkreis sei durch einen RUNDSCHAU-Beitrag im vergangenen Dezember auf das Gotteshaus aufmerksam geworden und habe Kontakt zum Gemeindekirchenrat aufgenommen. Schon beim ersten Besuch vor Ort habe er den Eindruck gewonnen, dieses Bauwerk habe Hilfe besonders dringend nötig, erinnert sich Hans Krag.

Über Jahre war das Kolpiener Gotteshaus akut gefährdet. Holzstützen an den Außenwänden hielten das Feldsteinmauerwerk zusammen, das von dicken Rissen durchzogen war.

Gebäude wieder sicher

Jetzt ist die Kirche aus dem späten 13. Jahrhundert eingerüstet. Anstelle einer Dachdeckung flattern riesige Kunststoffbahnen im Wind.

"In einem ersten Bauabschnitt wurden ein Ringanker in den Wänden installiert und der Dachstuhl saniert", erklärt Architekt Thomas Kuhn. Noch in diesem Jahr soll das Dach neu eingedeckt werden. "Damit ist die Gebäudekonstruktion wieder sicher", sagt der Fachmann. Für das rund 158 000 Euro teure Vorhaben flossen laut Thomas Kuhn mehr als 86 000 Euro aus dem Fördertopf von Bund und Land, mit rund 67 000 Euro beteiligte sich der Kirchenkreis Bad Liebenwerda, die Kirchengemeinde steuerte 5000 Euro bei.

"Wir haben einen wichtigen Schritt getan, um die Kirche vor dem Verfall zu retten. Doch es bleibt noch viel Arbeit übrig", sagt Marianne Dennert vom Gemeindekirchenrat.

Wie Thomas Kuhn erklärt, hat der Turm eine Restaurierung dringend nötig. Schäden am Mauerwerk müssten beseitigt, Fenster und Türen saniert werden, zählt er auf. Auch eine grundlegende Restaurierung des Innenraumes mit seiner hölzernen Kassettendecke, einer barocken Kanzel und einem Renaissance-Taufbecken stehe noch aus. Für die Fortsetzung der Arbeiten sei Fördergeld bei der Kirchenbau-Stiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt worden, berichtet Thomas Kuhn.

Jede Hilfe willkommen

"Vor uns liegen richtig harte Brocken, für die wir jede Unterstützung brauchen können", ergänzt Marianne Dennert. "Deshalb freuen wir uns sehr, dass unser Gotteshaus Kirche des Monats geworden ist und der Förderkreis sich für uns interessiert, so die Gemeindekirchenrätin.

Nach Angaben des im Jahr 1990 gegründeten Förderkreises Alte Kirchen gibt es in Brandenburg mehr als 1500 mittelalterliche Dorfkirchen, von denen erst die Hälfte nach der Wende saniert worden sei. Die "Dorfkirche des Monats" werde seit dem Jahr 2002 gekürt. Hans Krag sagt, nach Veröffentlichung von Informationen über die Kolpiener Kirche unlängst in der Mitgliederzeitschrift sowie im Internet seien bereits erste Spenden eingegangen.

Der Förderkreis Alte Kirchen bittet um Spenden für die weitere Instandsetzung der Dorfkirche von Kolpien auf das Konto 51 99 76 70 05 bei der Berliner Volksbank, Bankleitzahl 100 900 00 unter dem Kennwort "Kolpien". Für Spendenbescheinigungen bitte Namen und Anschrift angeben.

Infos zum Förderkreis sind erhältlich im Internet unter www.altekirchen.de.

Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 08. September 2009

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