SANIERUNG: Die Eulen sind verflogen

Arbeiten am Kirchturm in Trebbin vorerst unterbrochen

TREBBIN - Die Sanierungsarbeiten am Turm der Trebbiner Marienkirche sind vorerst gestoppt. Ursprünglich sollte die Erneuerung des Turmes im Rahmen der aufwendigen Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gotteshauses fortgesetzt werden, sobald die Jungen der dort nistenden Schleiereule flügge sind (die MAZ berichtete).

"Das ist nunmehr der Fall, trotzdem geht es derzeit nicht weiter", erklärte Manfred Guder vom Baubüro im evangelischen Kirchenkreisverband Süd. Der Grund dafür sei eine erneute, erhebliche Kostensteigerung gegenüber der Schätzung und den mit den Förderern abgestimmten Summen. "Die Kirchengemeinde kann diesen Kostensprung nun nicht mehr auffangen und steht vor der Wahl, sich mit 128 000 Euro zu verschulden oder die Sanierung abzubrechen", so Guder. Die Turmsanierung wäre nach Dach und Außenfassade nunmehr der nächste Schritt.

Bereits für die vorherigen Maßnahmen war mehr Geld nötig als ursprünglich eingeplant. Der Zustand der Kirche war noch schlimmer als gedacht. Das setzt sich jetzt bei den notwendigen Zimmerer-, Dachdecker und Maurerarbeiten am Turm fort. Die Kirche, die ohnehin den größten Teil der Sanierungskosten trägt, hat immer wieder nachgelegt. Nunmehr könne der Kirchenkreis Zossen-Fläming für Trebbin keine Gelder mehr erübrigen. Weitere Förderungen gibt es nicht, es besteht sogar die Gefahr, Fördermittel zurückgeben zu müssen. Schulden seien unakzeptabel, so Kirchenkreis und Landeskirche. Die einzige Hoffnung sind derzeit die Bemühungen des Kirchenältesten Helmut Kruse, der unter anderem auch an Ministerpräsident Matthias Platzeck geschrieben hat. Ufra

Märkische Allgemeine vom 09. September 2009

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