SANIERUNG: Genug Geld vorhanden

Reserven reichen trotz böser Überraschungen in der Kirche von Keller

KELLER - "Weil keiner wusste, was bei der Sanierung noch alles zum Vorschein kommt, hatten wir einen finanziellen Puffer eingebaut", sagt der Lindower Pfarrer Holger Baum. Wegen dieser Reserve werde das Geld der Gemeinde und der Kommune für die Sanierung der 1743 erbauten Dorfkirche in Keller reichen trotz der bösen Überraschungen, die in den vergangenen zwei Wochen zum Vorschein kamen (die MAZ berichtete).

Im Jahr 2003 hatte der Pfarrer die Kirche notoperieren lassen. Damals neigte sich der Turm bereits um 15 Zentimeter aus der Mittelachse. Es war nicht auszuschließen, dass er eines Tages umstürzen und einen Friedhofsbesucher erschlagen könnte. Für 60 000 Euro ließ die Gemeinde den Turm damals sichern und mit Holz verschalen. Denkmalpfleger warfen der damals beauftragten Firma nun am Dienstag Pfusch vor, was diese energisch bestreitet.

Als Bauarbeiter vor ein paar Wochen die Holzverschalungen am Turm entfernt hatten, waren weit mehr verfaulte Balkenköpfe zum Vorschein gekommen, als zunächst befürchtet. Das habe aber wohl nichts mit der Notreparatur zu tun, glaubt Pfarrer Baum. So kaputt, wie die Balken gewesen seien, hätten sie nicht erst seit sechs Jahren gefault.

Die Sanierung werde nun umfangreicher als ursprünglich geplant. Dank der Reserve reiche das Geld aber, ist Pfarrer Baum sicher. Allein für den ersten Bauabschnitt in diesem Jahr sind rund 120 000 Euro Kirchen- und Spendengeld eingeplant. (Von Christian Kranz)

Märkische Allgemeine vom 25. September 2009

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