Rund 100 Teilnehmer bei Kirchenradtour rund um Dahme dabei

Dahme Mit dem Fahrrad Kirchen in der Umgebung von Dahme entdecken, dabei die Gemeinschaft Gleichgesinnter erleben und einen erfüllten Tag verbringen dieses Anliegen der zweiten Kirchenradtour durch den südlichen Zipfel des Flämings hat insgesamt rund 100 Teilnehmer miteinander verbunden.

Kirchenradtour 

Bei schönstem Spätsommerwetter hatten sich vor der Dahmer Marienkirche rund 30 Radler versammelt, um zur Entdeckungsreise in die Kirchen der Pfarrsprengel rund um die Flämingstadt zu starten. Mit dem Reisesegen von Pfarrer Carsten Rostalsky ausgestattet, rollten die Fahrräder fast von allein nach Prensdorf, der ersten Station des Tagesausfluges. Der Rosenthaler Bläserchor umrahmte den Aufenthalt in der Jahrhunderte alten Feldsteinkirche mit der üppigen Barockmalerei. Diese bedarf jedoch einer gründlichen Restaurierung. Das werde in den nächsten Jahren eines der größten Vorhaben im Pfarrsprengel, sagte Pfarrerin Britta Rostalsky.

Die Kirche sei um 1150 erbaut worden. 1910 habe es eine teilweise Erneuerung der Bemalung gegeben. "Das hat der damalige Pfarrer Witt in seiner Chronik vermerkt. Deshalb wissen wir es so genau", erklärte sie. Allein die Restauration der Barockmalerei an der Decke, den Wänden und dem Gestühl werde nach vorläufiger Schätzung rund 60 000 Euro kosten. Doch bevor die Restauratoren mit Pinsel und Farbe ans Werk gehen könnten, stehe eine Bestandsaufnahme an.

Restauration dringend nötig

Das Holz sei auf Schäden durch Wurmfraß zu begutachten, insbesondere die Festigkeit des Turmes müsse untersucht werden, so die Pfarrerin. Daraus werde ein Konzept für die Instandsetzung und Restaurierung erarbeitet. "Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr mit der Grundinstandsetzung beginnen können", erzählte Britta Rostalsky. Es sei ein umfangreiches Vorhaben, das sich über viele Jahre erstrecken werde.

"Ich war zum ersten Mal in der Prensdorfer Kirche. Sie macht einen ruhigen und friedlichen Eindruck", sagte Renate Bruhn, die auch erstmals an der Kirchenradtour teilnahm. "Es ist der Kirche anzusehen, dass sich alle in der Gemeinde darum kümmern", fügte die Dahmenserin hinzu.

Nach dem Mittagshalt in Rosenthal war die Radlergemeinschaft schon auf rund 40 Teilnehmer angewachsen, als sie ihren Weg über Schwebendorf und Niendorf nach Ihlow fortsetzte. Unterwegs schlossen sich weitere Teilnehmer an. Sie hatten den Radlertross schon erwartet. "Die Tour ist auch ein Stück Gemeindetreffen, weil überall Ortsansässige dazukommen", erklärte Pfarrerin Rostalsky. "Wir sind dabei, weil wir einen Glauben haben und es uns wichtig ist, mit gleichgesinnten Menschen etwas zu unternehmen", bestätigte die Görsdorferin Ingeburg Hartfelder. Pfarrerin Britta Rostalsky habe sich besonders über die spontane Bereitschaft des Hohenseefelder Chores, der in der Ihlower Kirche die Begegnungen mit seinem Gesang bereicherte, gefreut. Bewusst habe sie die Tour dieses Mal durch alle vier Pfarrsprengel rund um Dahme geplant. Sie sei damit auch bei ihren Amtsbrüdern, den Pfarrern Wolfgang Schulz und Joachim Boekels, auf offene Ohren gestoßen.

Andacht in Rietdorf

Liebevoll herbstlich geschmückt empfing die Kirche in Rietdorf die Ankömmlinge zur Erntedank-Andacht. Einige hatten unterwegs ihren Heimweg angetreten, andere stießen wieder dazu. "Am Schlussgebet und an der Kaffeetafel in Gebersdorf nahmen rund 60 Radler teil", freute sich Pfarrer Carsten Rostalsky über die gute Resonanz. Auch im nächsten Jahr werde es wieder eine Kirchenradtour in der Dahmer Region geben, kündigte er an.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 30. September 2009

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