BENEFIZ: Der Landesmusikschulverband und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg lassen ihre gemeinsame Reihe in Prenzlau ausklingen

"Bolero" bringt Mauern zum Schwingen

Von Monika Strehlow

PRENZLAU. Maurice Ravels "Bolero" wird am Sonntag, dem 18. Oktober die Mauern der ehrwürdigen Nikolaikirche von Prenzlau schwingen lassen. 85 Musiker der Jungen Philharmonie Brandenburg gestalten mit diesem populären Stück sowie Orchestersuiten und Arien aus Georges Bizets "Carmen"-Oper in der uckermärkischen Kreisstadt das Abschlusskonzert der landesweiten Reihe "Musikschulen öffnen Kirchen". Begleitet werden sie von den Solisten Annabelle Stratenwerth (Sopran), Christina Khosrowi (Alt) und Stefan Heibach (Tenor).

2007 hatten der Landesverband der Musikschulen Brandenburg und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg erstmals die gemeinsame Reihe aus der Taufe gehoben. Das Besondere ist: Hier engagieren sich junge Menschen musikalisch für den Erhalt von Kirchen. In diesem Jahr spielten in 22 Konzerten rund 650 Musikschüler zugunsten ihrer Gastspielorte. Der Erlös aus der unter Schirmherrschaft von Kulturministerin Johanna Wanka stehenden Reihe kommt der Sanierung der Kirchen oder Restaurierung von Orgeln zugute. In Prenzlau nun schließen die jungen Spitzenmusiker die diesjährige Reihe ab.

Als Botschafter ihres Landes gastieren die Nachwuchsmusiker in aller Welt, so spielten sie Anfang 2009 in zehn ausverkauften Konzerten in chinesischen Konzertsälen. Im Sommer eröffneten sie das Musikschulfestival Brandenburg und standen erstmals mit den besten Jazznachwuchsmusikern Brandenburgs auf der Bühne. Seit einigen Jahren ist die Junge Philharmonie auch gefragtes Festspielorchester zum Beispiel in Österreich, Malta oder Indien. 1991 wurde das Ensemble als Landesjugendsinfonieorchester gegründet. Zwei Jahre darauf übernahm Sebastian Weigle die künstlerische Leitung, der mit den 13- bis 25-jährigen auch schon zu den Uckermärkischen Musikwochen in Pinnow gastierte.

Die Uckermark dürfte daher einigen unter ihnen nicht fremd sein. Zumal das Schloss Kröchlendorff von Chefdirigent Weigle favorisiert wird, wenn sich die Jugendlichen aus dem ganzen Land zu Probentagen zusammenfinden, an denen neue sinfonische Programme entstehen. So ist auch das Konzert am Sonntag, dem 18. Oktober als Dankeschön für die Uckermärker gedacht, deren Gastfreundschaft sie genießen dürfen. Die künstlerische Leitung obliegt dem in Frankreich geborenen Dirigenten und Harfenisten Aurélien Bello. Er studierte in Lyon und Berlin, ist seit 2007 Stipendiat des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates.

"Wir haben gemeinsam überlegt, wo wir das die Proben abschließende Konzert durchführen können", verrät Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, dem Uckermark Kurier, der das Gastspiel als Medienpartner unterstützt. "Bei diesem Programm sollte es schon eine große Stadtkirche sein. Und in Kreiskantor Hannes Ludwig haben wir einen guten Partner gefunden." Auch hier kommt der Erlös des Konzertes der Sanierung von St. Nikolai zugute.

Das Abschlusskonzert der Reihe "Musikschulen öffnen Kirchen" am Sonntag, dem 18. Oktober beginnt um 17 Uhr in der Prenzlauer Nikolaikirche. Karten sind in der Stadtinformation Prenzlau, Telefon 03984 833952, oder im Evangelischen Pfarramt Prenzlau, Telefon 859120, erhältlich.

Uckermark Kurier vom 14. Oktober 2009

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