DENKMALSCHUTZ: Geldsegen für Gotteshäuser

Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge investiert 480 000 Euro

PERLEBERG - Auch in diesem Jahr gehen die Kirchensanierungen im Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge weiter. Der Restaurierungsstau aus der DDR-Zeit ist noch längst nicht abgebaut. 1998 setzte die Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz eine Arbeitsgruppe "Strukturen kirchlicher Arbeit auf dem Lande" ein, die in einem Positionspapier die radikal veränderte Situation der Kirche auf dem Lande beschrieb. Waren im Kirchenkreis 2002 noch 13 800 Gemeindeglieder ansässig, lebten 2007 nur noch 11 600 in 71 Gemeinden mit jeweils eigenem Kirchengebäude.

Die im Positionspapier charakterisierte Situation gilt uneingeschränkt auch für die Prignitz: "Die Dörfer bieten nur wenige Arbeitsplätze. Die Jungen sind der Arbeit nachgezogen oder pendeln. Die Alten bleiben. Die meisten von ihnen sind arbeitslos oder Rentner. Menschen aus Städten mieten, pachten oder kaufen frei gewordene Häuser, aber sie sind nur Gäste zum Wochenende, in Ferien und Urlaub." In vielen Dörfern gibt es so gut wie keine Gebäude mehr, in denen man sich trifft. Selbst Gasthöfe gibt es nur noch wenige. Übrig geblieben sind die Kirchen. Dazu heißt es im Positionspapier: "Viele Gemeinden haben in den 90er Jahren ihre Kirchen wieder entdeckt. Sie sind an ihrer Erhaltung interessiert, setzen sich sogar dafür ein, wenn sie nicht Glieder der Kirche sind. Denn die Dorf-Kirchengemeinde, die ihre Kirche aufgibt, gibt sich selbst auf!"

So sind denn die Kirchenbaumaßnahmen ein Zeichen der Hoffnung. Der Bau- und Strukturausschuss des Kirchenkreises unter Leitung von Andreas Draeger kümmert sich um die Arbeiten, zu denen der Kirchenkreis 72 000 Euro beisteuert. "Zusammen mit den Beihilfen von den Kirchgemeinden, der Landeskirche, Stiftungen, des Landkreises und Spenden geben wir in diesem Jahr 450 000 bis 480 000 Euro aus. Die Aufträge gehen zumeist an Gewerke der Region, womit wir einen beachtlichen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung leisten", betont Andreas Draeger. (Von Wolfram Hennies)

Märkische Allgemeine vom 29. Oktober 2009

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