Steinerne Kleinode der Uckermark

Von Oliver Voigt

Günter Heubner präsentiert den Kalender 

Uckermark In der Uckermark begann mit der Einwanderung deutscher Siedler und Gründung von Ortschaften im 13. Jahrhundert der Bau von Kirchen und Klöstern. Flächendeckend wurden in das von Slawen (Ukranen) bewohnte Gebiet Feldsteinkirchen errichtet. Feldsteine und Holz dienten im Mittelalter vorwiegend als Baumaterial. Grund genug für den Verein zur Erhaltung kulturhistorischer Bauten Ansichten, Detailfotos und Informationen zu 13 ausgewählten Feldsteinkirchen der Uckermark in einem weiteren Kalender zu präsentieren.

Dank des Fachwissens des Heinersdorfers Günter Heubner, Geschäftsführer des Vereins, gibt es auf jedem Monatsblatt eine historische und stilistische Beschreibung zur jeweils abgebildeten Kirche. Der Kalender macht so auch auf die einzelnen, meist einzigartigen, Besonderheiten aufmerksam. So ist zu erfahren, dass die über 700 Jahre alte Glocke der Dorfkirche Tornow die älteste in Brandenburg ist, oder die Unterbringung des Altarraumes im Turm der Dorfkirche Grünow bei Angermünde in ihrer Einmaligkeit in der Uckermark der Grund für die verbreitete Bezeichnung "Verkehrtes Krünow" sei. Ebenfalls einmalig in der Uckermark ist der dreigeschossige Altaraufsatz aus dem Jahr 1596 in der Dorfkirche Kerkow: er besteht aus Sandstein und ist trotz seiner Beschaffenheit in guter Qualität erhalten geblieben. Ein weiters Kleinod ist die Dorfkirche Ringenwalde, die mit ihrer barocken Orgel etwas Besonderes beherbergt. "Wir bieten nicht jedes Jahr einen Kalender an", erklärt Günter Heubner. "Dann verliert das Ganze seinen Reiz. Nach 2007 wollte unser Verein den doch zahlreichen Interessierten wieder etwas Neues bieten. Und da kam uns die Idee, einmal ausschließlich über die wunderschönen Feldsteinkirchen der Uckermark zu informieren", so der 73-Jährige. Und die Resonanz ist sehr gut. Von der 300-Stück umfassenden Erstauflage sind schon sehr viele verkauft und ein Nachdruck wohl erforderlich. "Wir wollen uns von dem Erlös nicht bereichern, was über die Produktionskosten hinaus übrig bleibt, fließt in unsere Projekte. Unser Verein ist auf Spenden angewiesen, um sich auch weiterhin engagiert für die Erhaltung kulturhistorischer Bauten einzusetzen. Darum freute es uns umso mehr, dass wir auch bei der Herausgabe unseres aktuellen Kalenders unterstützt wurden", richtet Heubner seinen Dank an die Förderer, zu denen unter anderen auch Ministerpräsident Matthias Platzeck und die PCK GmbH zählten. Einen wesentlichen Anteil an der Erstellung des Kalenders hatte auch der Schwedter Hobbyfotograf Thomas Büsching, der die steinernen Kleinode gemeinsam mit Heubner in seiner Freizeit gekonnt im Bild festhielt.

Zu Kaufen gibt es den Kalender "Uckermärkische Feldsteinkirchen" beim Verein, aber auch in Schwedt beim Tourismusverein, in der Altstadt-Buchhandlung-Schickedanz, oder im Prenzlauer Buchhaus Schulz. Zudem werden Exemplare bei den vom Verein organisierten Veranstaltungen ausgelegt sein.

Märkische Oderzeitung vom 29. Oktober 2009

   Zur Artikelübersicht