Kirche in Mittweide nach Sanierung eingeweiht

Mittweide Nach einjähriger Sanierung von Turm und Schiff samt Dachstuhl ist die Mittweider Kirche eingeweiht worden. Die zum evangelischen Pfarrsprengel Groß Leuthen-Zaue gehörige Kirche feierte das Ereignis mit einem Festgottesdienst.

Kirche in Mittweide nach Sanierung eingeweiht 
Die Kirche war gut gefüllt, als Gemeindepädagogin Dörte Wernick und Pfarrer Arndt Kindermann sie einweihten.
Foto: Jens Golombek

Rund 140 000 Euro kostete die Sanierung, die unter anderem vom Kirchenkreis getragen wurde.

Die Bauarbeiten waren unumgänglich geworden: Ein Blitzeinschlag ging 1976 noch glimpflich aus, ein Sturm im Februar 2002 ließ jedoch Kreuz und Kugel in das Kirchendach stürzen. Deckenbalken wie auch Dachstuhl waren schon zuvor in einem schlechten Zustand.Doch nun sollen statt Baugerüsten wieder Menschen die Kirche füllen. Über eine massive Granitschwelle traten die Mittweider und ihre Gäste zur Einweihung ins neu erstrahlende Gotteshaus. Das Kirchenschiff sowie der Turm hatten innen und außen ein neues Kleid bekommen. Bis auf den letzten Platz gefüllt, wurden die Gäste von Kirchenchor und Posaunenspielern begrüßt. Die Orgel musste jedoch schweigen: Ihre Reinigung braucht noch Zeit und Geld.

Gemeindepädagogin Dörte Wernick und Pfarrer Arndt Kindermann leiteten den Festgottesdienst. "Uns bewegt heute, dass an dieser Kirche nach gesegneter Arbeit der Handwerker und Fachleute der große Schaden endlich beseitigt ist", sagten die Geistlichen.

"So sei diese Kirche wieder in den Dienst ihrer Gemeinde gestellt", vollzog Dörte Wernick die Einweihung. Der Chor intonierte dazu "Tut mir auf die schöne Pforte". "All die Jahre der Bemühungen, die Kirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, haben sich gelohnt", sagte Arndt Kindermann. Kein Wunder, sondern harte Arbeit habe das Gotteshaus hergerichtet.

"Wenn sich auch nur eine kleine Schar hier regelmäßig trifft, hat sich die Sanierung bereits gelohnt", kommentierte der frühere Pfarrer Hartmut Kaestner die vorangegangenen Diskussionen um die Sinnhaftigkeit der Investition. Durch verschobene Verwaltungsstrukturen von Landkreis und Kirche habe für Mittweide eine schwierige Fördersituation bestanden.

"Aber im vergangenen Jahr hat es doch geklappt", so Hartmut Kaestner, der behauptet, den Text der Bewilligungszusage auswendig zu kennen. "Das war am Ende meiner Dienstzeit hier die größte Überraschung, die ich erleben durfte." Er machte auch Vorschläge für zukünftige Arbeiten an der Kirche: "Ich finde, die barocken Farben sollten wieder Platz ergreifen und das eintönige Grau verdrängen."

Dagmar Tornow aus Mittweide hatte in den vergangenen Monaten unzählige Bilder der Kirche gemacht, gesammelt und eine umfassende Dokumentation erstellt. "Es ist ein herrliches Gefühl, weil sie so schön geworden ist. Ich hoffe jetzt, dass wieder mehr Menschen zu den Veranstaltungen in die Kirche kommen."

Jens Golombek

Lausitzer Rundschau vom 12. November 2009

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