DENKMALSCHUTZ: Schwarzgeld auf dem Turm

Keller feierte gestern die Bekrönung seines sanierten Kirchturms

KELLER - Der Turm, der in den Himmel zeigt ein Hinweis auf Gott. Der Stundenschlag der Glocke und die Uhr, die bald auf allen vier Seiten die Zeit anzeigt Erinnerung an die Vergänglichkeit unseres Daseins. Das Kirchenschiff Symbol für die Gemeinschaft. Pfarrer Holger Baum findet in seiner Andacht poetische Bilder für den wieder auferstandenen Kirchturm von Keller selbst für die missglückte Notreparatur vor sechs Jahren.

Kellers Ortsvorsteher Manfred Gaetke sieht das prosaischer und kann sich eine Spitze nicht verkneifen. Der sanierte Turm beweise: Wenn Kirche, Gemeinde und Kommune zusammenarbeiten, dann wird das was. "Hätten wir schon vor sechs Jahren zusammengearbeitet, dann hätten wir verdammt viel Geld gespart", so Manfred Gaetke.

Gaetke, der Pfarrer und die Vorsitzende des Fördervereins, Antje Schade, versenken sodann Zeitungen, Münzen und eine Chronik von Keller in der Zeitkapsel, die von den Dachdeckern zugelötet und nach oben gehievt wird. Ein paar alte Münzen habe ihm Albert Neye gerade noch zugesteckt "Schwarzgeld", scherzt Manfred Gaetke.

Der Förderverein hatte für den Eigenanteil seit Februar 2008 mehr als 34 000 Euro an Spenden gesammelt. Einzelne Familien und Betriebe gaben zwischen 25 und 10 000 Euro. Auch die Stadt Lindow steuerte 10 000 Euro bei. Bis 2011 wird die Sanierung der 1743 erbauten Kirche noch dauern weitere Spenden sind dringend nötig.

Gestern feierten 17 Kelleraner und Lindower bei Glühwein, Schmalzstullen und Kuchen schon mal den ersten Etappensieg gegen die Vergänglichkeit. (Von Christian Kranz)

Märkische Allgemeine vom 14. November 2009

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