Bollensdorfer sammeln weiter für ihre Kirche

Mit einem Adventskonzert haben die Sängerinnen des Frauenchores von Niebendorf-Heinsdorf in der Bollensdorfer Kirche das Publikum erfreut. Zum dritten Mal fand das Benefizkonzert statt, dessen Erlös für weitere Werterhaltungsarbeiten am Gotteshaus verwendet wird.

 

Nach dem musikalischen Genuss in der geschmückten Kirche stehen die Einwohner noch einige Zeit beisammen. Ein wärmendes Feuer prasselt im Kessel. Glühwein und Kaffee werden ausgeschenkt, Bratwürste brutzeln auf dem Grill. Ebenso gefragt sind die von Frauen aus dem Dorf gebackenen Plätzchen und gebrannten Mandeln. "Viele Einwohner bringen sich für den Erhalt unserer Kirche ein, auch die Jugendlichen sind gern dabei", sagt Brigitte Ast. Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen ebenso in die Kasse der Kirchengemeinde. In diesem Jahr seien aus den Spendenmitteln die Sakristei und weitere kleine Innenräume renoviert worden, sagt Erika Günther. "Außerdem wurde die Eingangstür am Giebel aufgearbeitet", ergänzt sie.

Vor drei Jahren haben die Bollensdorfer begonnen, mit den Benefizkonzerten die Sanierung der Kirche anzuschieben. Ausgangspunkt sei der beabsichtigte Verkauf des Gotteshauses gewesen. "Das wollten wir nicht zulassen", blickt Erika Günther zurück. Das ganze Dorf habe sich für die Sanierung der Kirche eingesetzt, Christen und Nichtchristen gleichermaßen. Im Auftrag des Gemeindekirchenrates habe sie im Juni 2007 mit dem Sammeln von Spenden begonnen. "So konnten wir das erste Material kaufen", erinnert sich die Bollensdorferin.

Viele engagieren sich

Unentgeltlich hätten Firmen aus dem Dorf sowie der Umgebung Arbeiten an dem 1952/53 errichteten Fachwerkbau ausgeführt. Zahlreiche Einwohner hätten tatkräftig mit angepackt. "Vor mehr als 50 Jahren ist die Kirche auch mit großer Eigeninitiative der Bollensdorfer auf den Grundmauern des alten Guts hauses errichtet worden", erinnert sich Brigitte Ast. Was Eltern und Großeltern damals geschaffen hätten, "können wir doch nicht verfallen lassen." Dieser Gedanke habe die engagierten Bollensdorfer angetrieben, ergänzt Erika Günther.

Einsatz wird belohnt

Im Jahr 2007 seien der Eingangsgiebel und der Altarraum saniert worden. Im Jahr darauf hätten die Kulturstiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und die VR-Bank Lausitz mit mehreren Tausend Euro Fördergeld sowie die Dahmer Kirchengemeinde mit 4000 Euro die weiteren Werterhaltungsarbeiten unterstützt. "Davon konnten wir den Innenraum der Kirche komplett sanieren und auch den oberen Raum für die Christenlehre. Teile des Daches mussten ausgebessert werden, denn es drang Nässe in den Altarraum ein", zählt Erika Günther auf.

Für das Anbringen einer Dachrinne habe Helmut Knittel, ein ehemaliger Bollensdorfer, der jetzt in Minden lebt, 1000 Euro gespendet, erzählt sie.

Das nächste Vorhaben für 2010 haben die Bollensdorfer bereits im Blick. "Ein Ölofen ist ausgefallen und muss ersetzt werden. Denn er ist alt und wird kaum noch zu reparieren sein", so Erika Günther.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 05. Dezember 2009

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