DENKMALSCHUTZ: Den Bückwitzern schlägt die Stunde

Die neue Turmuhr komplettiert rechtzeitig zum Fest die Dorfkirche – zumindest außen

BÜCKWITZ - Wenn die Bückwitzer sich jetzt zu den Weihnachtsfeiertagen in ihrer Kirche versammeln, dann haben sie wirklich etwas zu feiern. Die Montage der neuen Turmuhr setzte am Dienstag das aktuelle i-Tüpfelchen auf die Sanierung der Dorfkirche.

Der interessierte Laie konnte live miterleben, wie so ein Zifferblatt an die Fassade kommt. Von innen über die Turmtreppe ging’s jedenfalls nicht. Das wäre wie der Versuch gewesen, einen Bierdeckel durch ein Knopfloch zu schieben. Elektrikermeister Uwe Siefke aus Zichtow und seine Mannen lösten die Aufgabe mit einer langen Leiter, Seilen, Muskelkraft und einer Menge Routine. Turmuhren sind für sie seit langem schon die Spezialität im Nebenerwerb.

Der neue Bückwitzer Zeitanzeiger verfügt über je ein Zifferblatt nach Süden und Westen sowie ein Schlagwerk für die Glocke – alles elektronisch gesteuert.

"Das kostet richtig Geld", berichtete der Vorsitzende des "Freundeskreises Dorfkirche Bückwitz" Dieter Helm. Die neue Uhr sei Lottomitteln und vielen Spendern zu verdanken. Letztere hätten auch sonst einen gewichtigen Anteil am ansehnlichen Bild, das das Gotteshaus inzwischen bietet.

Seit etwa vier Jahren betreibt der Freundeskreis die Sanierung der Kirche. Dach und Fassade sind hergerichtet, die bleiverglasten Fenster sind praktisch komplett erneuert. Innen wurde dem Hausschwamm zu Leibe gerückt. Komplette Dachbalken und der Innenputz mussten ausgetauscht werden. "Die Handwerker haben Top-Arbeit geleistet", findet Dieter Helm. Die Mitglieder des Freundeskreises legten beispielsweise bei Malerarbeiten kräftig mit Hand an. Rund 4000 Euro Spenden sammelten sie allein für die Installation einer Sitzheizung im gerade jetzt wirklich eisigen Kirchenschiff. "Der Kronleuchter kommt noch rein. Den müssen wir noch bestellen."

Für Dieter Helm ist der Sinn des Aufwandes für das knapp 130 Jahre alte Gotteshaus keine Frage. "Die Kirche soll auch für andere Veranstaltungen als Gottesdienste genutzt werden", kündigt er an. "Da muss sie natürlich ansprechend sein. Sonst kommt keiner."

Auf dem Weg dahin haben die Bückwitzer nun das Gröbste geschafft. Eine Baustelle sieht Helm vor allem noch in der Hollenbach-Orgel. Die sei zwar im Originalzustand, aber doch sehr überholungsbedürftig. "Das kostet 15 000 Euro. Das ist das nächste Ziel für unseren Verein." Erst einmal wird er aber dieser Tage nicht nur Weihnachten feiern, sondern auch die viele Arbeit, die an der Kirche bereits geleistet wurde Revue passieren lassen.. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 24. Dezember 2009

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