Zwei Räume in einem großen Gotteshaus

Die Dorfkirche, um 1300 als rechteckiger Granitquaderbau entstanden, 1876 bis auf die äußeren Grundmauern abgebrannt und unmittelbar danach mit neuem Westturm und kleiner Südvorhalle wieder aufgebaut, ragt als größtes Gebäude mitten auf dem Dorfanger heraus. Der schlanke achtseitige Turmaufsatz erstreckt sich derart in die Höhe, wie selten einer in ähnlich kleinen Orten. Insgesamt ist der Turm 33 Meter hoch. Doch heute ist es schwieriger denn je, alles zu erhalten.

 
Wilfried Wolfsteller (l.) und Klaus Wille deuten auf ein Bild in der Kirche, auf dem Merkmale ihrer Sankt-Laurentins-Kirche benannt sind.
Foto: sn

Viel Kraft investierten die Dubroer bereits. Die letzte größere Sanierung mit Malerarbeiten und Orgelelektrifizierung liegt schon wieder etwa 20 Jahre zurück. Vor ein paar Jahren konnten die alten Fenster aus dem Turm durch neue ersetzt werden. "Jetzt müssten wir unbedingt etwas gegen die Nässe tun", meint Klaus Wille, der seit über 40 Jahren Mitglied im Gemeindekirchenrat ist.

Weil es kaum Gelder für die Sanierung der handbemalten Holzdecke gibt, müsse man zumindest alle Kraft daran setzen, das Dach neu zu decken oder wenigstens auszubessern. "Der Dachboden ist nicht mehr begehbar und muss gesperrt werden, weil es durchregnet und erste Bohlen durchgebrochen sind", fügte Rainer Arndt, Kirchenältester seit über 20 Jahren, hinzu.

2002 gelang es den Dubroern, sich eine so genannte "Winterkirche" einzurichten. Es ist im Eingangsbereich ein kleiner abgeteilter Raum, der im Winterhalbjahr auch beheizbar ist. Notwendig wurde dies mit dem Verkauf des Pfarrhauses, in dem sonst ein Raum zur Verfügung stand. Pfarrer Volkmar Homa hat dort auch ein Harmonium zur musikalischen Begleitung zur Verfügung oder spielt oft auf seiner Gitarre. Ein wenig gemütlich hat man es sich mit Tisch und Stühlen eingerichtet. An den Wänden hängt eine Ehrentafel für die Gefallenen im Krieg, selbst die Heimkehrer wurden namentlich bedacht. Aber auch alte Kirchenaufnahmen sind zu sehen.

"Schön ist es, wenn unsere Orgel erklingt. Sowohl Joachim Ließ als auch die Geschwister Karl-Heinz, Christine und Rainer Arndt saßen hier sehr oft auf der Bank und spielten bekannte Kirchenlieder zum Gottesdienst", weiß Christa Wille, die sich mit anderen Dubroer Frauen um die Sauberkeit des Hauses kümmert.

Wilfried Wolfsteller, ebenfalls seit vielen Jahren Gemeindekirchenratsmitglied, hält das Zepter zum Läuten in der Hand: "Zum Vorläuten wird mit der kleinen Glocke begonnen, kurz danach kommt die große ins Spiel, und zum Gottesdienstauftakt erklingen beide Stahlglocken." Der Klang sei sehr verschieden und vom Kenner eindeutig auszumachen.

Traurig sei man, ist zu hören, dass es kaum noch Hochzeiten oder Taufen gibt und auch das Krippenspiel am Heiligabend fehlt. Einmal konnte bereits zur Goldenen Konfirmation einladen werden. Und einen Wunsch will sich die evangelische Kirchengemeinde demnächst erfüllen. Für das Projekt "Kirchenstraße", bei dem entlang einer bestimmten Route die Gotteshäuser vorgestellt werden, möchte man eine Informationstafel zur Durbroer Kirche anfertigen.

Von Serena Nittmann

Lausitzer Rundschau vom 24. Dezember 2009

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