KIRCHE: Gesegnete Bauvorhaben

In Wansdorf, Perwenitz, Pausin und Paaren sollen in den nächsten Jahren Kirchengebäude saniert werden

SCHÖNWALDE-GLIEN - In den kommenden Jahren sollen gleich mehrere Kirchenobjekte in Schönwalde saniert werden. Vier Förderanträge hat die Gemeinde beim Land gestellt. Dabei geht es um die Wansdorfer Kirche, die Perwenitzer Kirche, das Pfarrhaus in Paaren im Glien und die Alte Schule in Pausin.

Die Projekte haben hohe Priorität für die Gemeinde, sagt Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU). "Die Kirchen sind meistens die ältesten Bauwerke in den Dörfern", sagt er. "Sie sind Dreh- und Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Deshalb ist es wichtig, dass die Kirchen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen."

Die Kirchengemeinden sind neuerdings sogar auf die Verwaltung angewiesen. Bisher konnten sie selbst Förderanträge beim Land stellen. Das hat sich in diesem Jahr geändert. Das Land Brandenburg besteht darauf, dass alle Anträge über die Gemeinde laufen. Für die Kirchengemeinden wird damit einiges einfacher. Die Verwaltungsprofis sind versierter darin, Förderanträge zu stellen. Darum, dass das Geld ordnungsgemäß verbaut wird, kümmern sich nicht mehr die ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeindekirchenrats, sondern die Mitarbeiter des Bauamts. Und die Gemeinde muss auch offiziell für den Eigenanteil gerade stehen. "Der wird auch in den Haushalt eingestellt", sagt Bodo Oehme. "Aber jedem muss klar sein, dass die Sanierungen teurer werden können. Auch dafür muss die Gemeinde dann erstmal gerade stehen."

Baubereit ist die Kirchengemeinde Perwenitz. Dort ist in den vergangenen Jahren schon viel Geld in den Innenausbau geflossen. Jetzt sollen auch die Fassade und der Sockel der Dorfkirche gemacht werden. Die Kosten werden auf 180 000 Euro geschätzt.

Ganz oben auf der Prioritätenliste des Landesamtes steht Wansdorf, das im Jahr 2013 sein 700-jähriges Bestehen feiert. Bis dahin soll auch dort die Außenhülle der Kirche saniert sein. Geschätzte Kosten: 217 000 Euro. Wenn alles glatt geht, kann schon 2010 begonnen werden.

Die Kirche will dafür auch Opfer bringen. Mit Einverständnis der Kirchengemeinde soll in diesem Zusammenhang das Gemeindehaus verkauft werden. Rund 100 000 Euro verspricht man sich von der Veräußerung des alten Klinkerbaus. Interessenten gibt es offenbar, bisher scheiterten indes alle Verhandlungen. Die Zeit drängt aber. Der Förderverein organisiert seit langem schon Veranstaltungen, bei denen für die Kirche gesammelt wird. In dem protestantischen Gotteshaus traten die Spandauer Turmbläser auf, Klezmer-Musik erklang und die Line-Dancer veranstalten dort jährlich einen Benefiz-Tanz-Tag. Auch künftig soll die Barocke Patronatskirche ein Ort für geistliche wie weltliche Veranstaltungen sein.

Gebaut wurde die Kirche ursprünglich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Bei einem Feuer im April 1716 brannte sie allerdings nieder. Etwa 50 Jahre später begann der Wiederaufbau, doch inzwischen kann sie eine Generalüberholung gut vertragen.

Die Fassade soll als erstes hergerichtet werden. Auch die Patronatsloge, die bis 1969 an der Südseite des Kirchenschiffes stand, soll wieder angebaut werden. Wegen Baufälligkeit war sie einst abgerissen worden. "Dann bräuchten wir das Gemeindehaus ohnehin nicht mehr", sagt Ortsvorsteher Siegfried Spallek. Da die Kirche seit 1982 auf der Denkmalliste steht, müssen die Denkmalschützer in die Sanierung einbezogen werden. Es wird auch überlegt, die alte Orgel zu reparieren, die freilich nicht als besonders wertvoll gilt. Einige Pfeifen fehlen schon. Vorstellbar sei deshalb auch, einen elektronischen Ersatz zu besorgen, so Spallek.

Im Nachbardorf Pausin hat die Kirchengemeinde die Dorfkirche schon auf Vordermann gebracht. Jetzt soll endlich die Alte Schule hergerichtet werden. Das sollte eigentlich ein Privatmann übernehmen, der das Gebäude deshalb vor einigen Jahren über eine Erbbaupacht übernommen hat. Dem Investor ging allerdings das Geld aus. Seit diesem Jahr hat die Kirche wieder die Verfügungsgewalt über das Haus. Jetzt sollen Fassade und Dach so bald wie möglich saniert werden. Die Gesamtkosten liegen bei rund 280 000 Euro.

Auch die Paarener Kirchengemeinde hat sich einiges vorgenommen. Das Pfarrhaus ist unbewohnt, seit der frühere Pfarrer Thomas Miekley vor vier Jahren auszog. Einige Räume werden inzwischen anderweitig genutzt, dennoch müssen in die Fassade und das Dach wohl mindestens geschätzte 165 000 Euro investiert werden. (Von Werner Schmidt und Oliver Fischer)

Märkische Allgemeine vom 31. Dezember 2009

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