Turm vor Verfall gerettet

von Doris Ritzka

 
Solide saniert präsentiert sich der Turm der Schönfelder Kirche.
Doris Ritzka

SCHÖNFELD - Es ist vollbracht: Nach fast einem Jahr Bauerei konnte am Sonntag der sanierte Turm der Schönfelder Kirche mit einem Festgottesdienst ganz offiziell eingeweiht werden. Stolz und Freude nicht nur bei den Gemeindegliedern, sondern auch bei den Schönfeldern. Ein Wahrzeichen ihres Dorfes ist erhalten und in altem Glanz wieder entstanden, macht die wohl schmalste Dorfkirche der Prignitz wieder zu einem wahren Hingucker.

Schmalste Dorfkirche der Prignitz

Nur sieben Meter breit ist das Gotteshaus. Seine ältesten Teile stammen aus dem Mittelalter, mutmaßt Pfarrer Albert Preisler. "Die Fachwerkteile und auch der freistehende, mit Brettern verkleidete Turm sind wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert." Der Zahn der Zeit nagte bereits tüchtig an dessen Gemäuer und hölzernen Konstruktion, Wind und Wasser bahnten sich hier ihren Weg, vor allem auch Spritzwasser tat sein Übriges. "Das ganze Ausmaß der Schäden kam zu Tage, als der Turm leergeräumt wurde", erinnert sich der Pfarrer. Das Notdürftigste wurde in der Vergangenheit gemacht, mal hier, mal dort ausgebessert. Doch das konnte den Verfall nur ein wenig verzögern. So habe man die letzten 20 Jahre schon immer mit gemischten Gefühlen den Turm betrachtet. Im Frühjahr 2009 dann stand fest, der Turm wird komplett saniert. Rund 31 000 Euro waren dafür veranschlagt, für die Kirchgemeinde allein mehr als eine Nummer zu groß. Doch ihrer Verantwortung wollte sie sich natürlich nicht entziehen. Was sie aus eigener Kraft bei der Sanierung stemmen konnte, das übernahm sie. Zudem brachte sie 7000 Euro auf - Schönfelder und dem Dorf verbundene Bürger spendeten dafür. Die Jagdgenossenschaft Schönfeld stellte mit 1000 Euro die Jahreseinnahmen der Jagdpacht zur Verfügung.

Finanzielle Unterstützung kam vor allem aber vom Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge. 9000 Euro gehen auf sein Konto.

Weitere 5000 Euro kamen von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und 3000 Euro vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. Auch der Landkreis Prignitz unterstützte die Turmsanierung mit 2000 Euro und die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse mit 5000 Euro.

Der Prignitzer vom 19. Januar 2010

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