PUBLIKATION: Einladung in 900 Sakralbauten

Förderkreis "Alte Kirchen" Berlin-Brandenburg besteht seit 20 Jahren

BERLIN - Im Mai dieses Jahres begeht der Förderkreis "Alte Kirchen" in Berlin-Brandenburg sein 20-jähriges Bestehen. Selbstredend gibt es pünktlich zu Beginn der Ausflugssaison die aktuelle Ausgabe der Jahresbroschüre. Sie weist auf kleinere und größere Sakralbauten zwischen Elbe und Oder, Uckermark und Lausitz hin.

So vielfältig wie die Bauten sind die Beiträge im Heft, welches nun schon zum elften Mal herausgegeben wird. Das eigene Jubiläum ist Anlass genug, unter dem Titel "Der demografische Wandel und die Zukunft unserer Dorfkirchen" einen Ausblick auf die Chancen und Möglichkeiten der weiteren Arbeit des Förderkreises zu versuchen. Darüber hinaus werden Beispiele engagierter und fantasievoller Initiativen zur Sanierung und öffentlichen Nutzung der Dorfkirchen in der Mark, wie es sie auch zwischen Havel und Fläming gibt, vorgestellt. Der neu eingeführte Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, und die ebenfalls erst seit kurzem amtierende Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Martina Münch (SPD), äußern sich in Interviews zur Zukunft der Gotteshäuser im ländlichen Raum.

Fachkundige Beiträge widmen sich im Detail beispielsweise den rätselhaften Schachbrettsteinen an Feldsteinkirchen oder den Wetterfahnen auf uckermärkischen Kirchtürmen. Die Autoren um Bernd Janowsky gehen der Frage nach, wie böhmische Kunst im Mittelalter in märkische Kirchen gelangte, und werfen einen Blick über Oder und Neiße zu den Kirchenbauten im ehemaligen Ostbrandenburg.

Besonders nützlich ist die Broschüre ob des stetig wachsenden Serviceteils. Etwa 900 Kirchen werden mit knappen Hinweisen auf Baugeschichte und Ausstattung, vor allem aber mit ihren Öffnungszeiten oder Hinweisen auf die Ansprechpartner vorgestellt, die als Schlüsselhüter gern ihre Kirchen öffnen. Ein übersichtlicher Kartenteil erleichtert die Orientierung.

Die Publikation ist also Beitrag und Einladung an alle, Schönheit und Ausstrahlung der meist einfachen Sakralbauten in Berlin und Umland zu erleben und sich am Bemühen, diese zu bewahren, zu beteiligen. Nicht zuletzt ist die Initiative "Offene Kirchen" für den Erhalt der schützenswerten Kostbarkeiten von Bedeutung, denn schließlich wird die sprichwörtliche "Kirche im Dorf" nur gewürdigt, wenn sie einerseits gepflegt und andererseits genutzt wird, wie Bernd Janowsky bestätigt.

Bestellung (für 4,50 Euro plus 1,50 Euro Porto) beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., Kastanienallee 69, 10119 Berlin, (0 30) 4 49 30 51; Internet: www.altekirchen.de (MAZ)

Märkische Allgemeine vom 18. März 2010

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