Notsicherung kostet die Eigenmittel

Von Anett Zimmermann

 
Liegt idyllisch auf einer Halbinsel: die Kirche im Oberbarnimer Ortsteil Ihlow. Sie wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Feldsteinen errichtet.

Ihlow (MOZ) Der Oberbarnimer Ortsteil Ihlow hat sich als Künstlerdorf über die Märkische Schweiz hinaus einen Namen gemacht. Auffallend sind dort auch viele zum Teil bereits liebevoll sanierte Feldsteinbauten. Um den Ältesten - die Kirche - machen sich jedoch nicht nur die Ihlower große Sorgen.

Frauke Hildebrandt, Mitglied im Ortsbeirat und Gemeindevertreterin, wohnt direkt an der Kirche und schließt Neugierigen dort schon mal auf, um unter anderem auf die bisher noch nicht näher untersuchten Wandmalereien aufmerksam zu machen. Diese waren 1993 im Zuge von Renovierungsarbeiten im Inneren freigelegt worden.

Ihre Entstehung wurde zwischen Mitte bis Ende des 15. Jahrhunderts datiert. Angesichts des extrem reduzierten Bestands an mittelalterlicher Malerei in der Region und aufgrund der originellen Ausformung seien die Darstellungen durchaus als bedeutend einzustufen, informiert Heike Dase von der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Doch jedem aufmerksamen Betrachter bleiben weder die Bauschäden, darunter Risse im Bereich des Chors und des Turms, noch die Sorgen der Ihlower verborgen, wenn das Gespräch auf die Kirche kommt. Laut Pfarrer Christian Kohler könnte es sich um das älteste Gotteshaus auf dem Oberbarnim handeln. Darauf sei im Zuge der Erstellung des seit 2008 vorliegenden Sanierungskonzepts von verschiedenen Stellen, darunter auch dem Kirchlichen Bauamt, aufmerksam gemacht worden.

Vor Kurzem hatte der Pfarrer auch im Kulturausschuss der Gemeinde und dem Ortsbürgermeister berichtet. Ziel sei, die Sanierung gemeinsam zu stemmen. So werde bereits über eine Spendenaktion nachgedacht.

Die Finanzierung der notwendigen Maßnahmen sei, so Christian Kohler, das größte Problem. Selbst, wenn Fördermittel beantragt werden könnten. "Wir haben einfach Schwierigkeiten, den Eigenanteil aufzubringen", erklärt er und fügt hinzu: "Erst recht, wenn uns in diesem Jahr die geplante Notsicherung und damit der erste Bauabschnitt gelingt." Die Kosten dafür würden allerdings die bisher zur Verfügung stehenden Eigenmittel aufzehren.

Ein erster Blick auf mögliche Förderprogramme habe zudem ergeben, dass aufgrund anderer und meist größerer Vorhaben für die Ihlower Kirche im nächsten Jahr kaum etwas zu holen sei. Deshalb richte man den Blick bereits auf 2012. "Wir wollen und müssen Vorlauf schaffen." Ein Teil der Arbeiten könnten sicherlich auch als Eigenleistung über Arbeitseinsätze erbracht werden. Das habe unter anderem bereits im benachbarten Reichenberg gut funktioniert.

Unterdessen will Frauke Hildebrandt in der nächsten Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses der Gemeinde erste Vorschläge für ein Nutzungskonzept der Kirche unterbreiten.

Märkische Oderzeitung vom 10. April 2010

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