Eiche, Lärche und ein Falkenkasten

Jacobsdorf (moz) Der erste Bauabschnitt der Sanierung der Jacobsdorfer Kirche ist abgeschlossen. Die Fachwerkkonstruktion des Turmes wurde in den vergangenen Monaten rekonstruiert und die Holzfassade erneuert. Im Sommer soll es mit dem zweiten Sanierungs-Abschnitt weitergehen.

 
Die Glocken dürfen wieder läuten: Pfarrer Andreas Althausen im sanierten Turm seiner Kirche.
© Sonja Jennning

"Der Turm der Jacobsdorfer Kirche war eine Herausforderung für alle Beteiligten", sagt Architekt Armin Gebauer. Monatelang war die Fachwerkkonstruktion originalgetreu instand gesetzt worden. Zerstörte Balken und Unterzüge wurden erneuert, Holzverbindungen rekonstruiert oder neu hergestellt. Dazu wurden verschiedene Holzarten eingesetzt, weil, wie Gebauer erklärt, "bereits im Original verschiedene Holzarten da waren". So ist die Grundkonstruktion aus Kiefernholz, der Glockenstuhl selbst jedoch aus widerstandsfähigerem Eichenholz. In den Ecken kam Douglasie zum Einsatz, da diese besonders biegsam ist. Lärchenholz, das nicht nur witterungsbeständig sondern auch noch relativ unempfindlich gegen den Befall von Pilzen und Insekten ist, wurde für die Verkleidung der Fassade genutzt. Bis auf die drei Schallluken ist der Turm fertig, diese sollen innerhalb der nächsten vier Wochen eingebaut werden, so Gebauer.

Im Glockenturm selbst wurde, hoch über der großen Beerdigungsglocke aus dem frühen Mittelalter und der kleineren, barocken Taufglocke, ein Falkenkasten angebracht. "Der besteht aus altem Holz, damit er von den Tieren auch angenommen wird. Mal sehen, wer sich da einnistet", sagt Pfarrer Andreas Althausen. Er ist mit der Arbeit zufrieden. "Wenn erst der zweite Bauabschnitt geschafft ist, dann haben wir eine richtig schöne Dorfkirche", sagt er.

Noch müssen Dachstuhl, Dachhaut, Dachrinnen, Fenster und Türen erneuert sowie das Dach selbst doppelt mit Biberschwänzen gedeckt werden. Im Sommer soll mit diesem zweiten Bauabschnitt begonnen werden. "Wir warten noch auf den Zuwendungsbescheid des Landes Brandenburg", sagt Armin Gebauer. Er hofft, dass es spätestens im Juli so weit sein wird. Pro Sanierungsabschnitt werden je 100  000 Euro verbaut, die aus Fördermitteln des Landes, des Kirchenkreises und der Stiftung zur Bewahrung kultureller Baudenkmäler sowie Eigenmitteln der Kirchengemeinde stammen.


Eine Führung durch den sanierten Kirchturm findet am kommenden Freitag, um 14.30 Uhr statt. Anmeldung bei Armin Gebauer unter 0172 8712700.

Märkische Oderzeitung vom 16. April 2010

   Zur Artikelübersicht