Die Lieskauer Kirche so schön wie vor 300 Jahren

Lieskau Zwei Jahre, zwei Bauphasen und ein Investitionsvolumen von 240 000 Euro, so die nüchternen Zahlen zur Rekonstruktion der Außenhülle und des Daches der Lieskauer Dorfkirche. Zur Einweihung kam hoher Besuch.

 
Bischof Markus Dröge (r.) und Pfarrer Michael Wolf voll des Lobes.
Foto: Dietmar Seidel

Dass hinter den Zahlen viel mehr steckt, das wurde am Sonntagnachmittag bei einem großen Festgottesdienst mehr als deutlich sichtbar. Bei schon fast frühsommerlichen Temperaturen strömten mehr Lieskauer in ihre kleine Kirche als hinaus in die Sommerfrische. "Schön, dass sie alle da sind", begrüßte Pfarrer Michael Wolf die Gäste unter ihnen den Ehrengast, den Bischof der Evangelischen Landeskirche von Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz, Markus Dröge. Zur musikalischen Umrahmung sangen die Damen des Frauenchores, der Lieskauer Kinderchor und es spielte der Posaunenchor. Der zweite Sonntag nach Ostern, der Tag des guten Hirten, in Lieskau war er wirklich ein ganz besonderer Tag.

Gut siebeneinhalb Jahrhunderte steht die kleine Kirche schon im Zentrum des Dorfes. Vor mehr als 300 Jahren kamen der Glockenturm hinzu und die letzte Sanierung der Fassade. In einem pastellfarbenen Himmelblau strahlte die Kirche lange Zeit, doch die Jahrhunderte hinterließen ihre Spuren. Heute kann man sie wieder so bewundern, wie vor 300 Jahren und das Gotteshaus ist wunderschön geworden. Mit Recht sind die Lieskauer stolz auf das Geschaffene. "Unser Dank", so Pfarrer Wolf, "geht dabei an den Kirchenkreis, die Landeskirche und natürlich an die Lieskauer, die in ungezählten Stunden selbst mit Hand angelegt haben. Es war einfach eine großartige Leistung, die man nicht genug würdigen kann." Nicht nur für Wolf wurde mit der Restaurierung "ein Zeichen gesetzt, ein Zeichen des Mutes für die Zukunft". Nachdem Hülle und Dach fertig sind, richtet man den Blick tatsächlich schon in die Zukunft und hat die Sanierung des Kirchenschiffes fest im Blick."

Und auch Bischof Dröge hatte ausschließlich Worte der Würdigung, Bewunderung und des Dankes für die Lieskauer. "Hier wurde ein Zeichen lebendigen Glaubens gesetzt, ein Zeichen, welches Orientierung gibt, über Generationen hinweg." Und auch dem Vorsitzenden der Lieskauer Kirchengemeinde, Gerhard Thor, stand die Freude ins Gesicht geschrieben. In einem persönlichen Grußwort dankte er vor versammelter Gemeinde allen am Bau beteiligten Firmen, Ämtern und Institutionen. Einen Blumenstrauß gab es dann noch für Peter Berger, vom Cottbuser Architekturbüro Berger & Fiedler. "Den Dank gebe ich gern zurück an alle, die mitgewirkt haben, denn es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit", so der verantwortliche Architekt. Berger hinterließ die Handschrift seines Könnens auch schon an und in der Finsterwalder Trinitatiskirche. "Und dort hat er eine sehr gute Arbeit geleistet und deshalb wollten wir ihn auch haben", so Thor zur Wahl des ausführenden Büros.

Nach dem Festgottesdienst lief man nicht gleich auseinander, sondern alle trafen sich noch im gegenüberliegenden Gasthaus und bei einer Tasse Kaffee und selbstgebackenen Kuchen der Lieskauer Frauen, ließ man die vergangenen zwei Jahre noch einmal Revue passieren. Man hat ein Stück Dorfgeschichte geschrieben und möchte gern das Kapitel noch beenden.

Von Torsten Pötzsch

Lausitzer Rundschau vom 20. April 2010

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