DENKMAL: Damit die Kirche im Dorf bleibt

Förderer kümmern sich um den Erhalt

JÜTERBOG - Kirchen sind in den Städten und Dörfern meist die ältesten Gebäude. Ob sie weiterhin als Gotteshaus dienen oder nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, so bleiben sie doch ein Mittelpunkt im Ort. Allein im Landkreis Teltow-Fläming stehen 89 Kirchen unter Denkmalschutz.

Für die Erhaltung von Kirchen setzen sich immer mehr Fördervereine ein. Dies beobachtet auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der vor 20 Jahren gegründet wurde und sich unter dem Motto "Retten, erhalten, nutzen" dem kulturellen Erbe verpflichtet fühlt.

Nach einem Überblick der kreislichen Denkmalschutzbehörde gibt es im Landkreis Teltow-Fläming derzeit Fördervereine in Mellnsdorf, Kemnitz, Werbig, Luckenwalde, Heinsdorf und Siethen. Darüber hinaus kümmern sich Einzelpersonen oder Gemeindekirchenräte um ihre Kirchengebäude, wie beispielsweise in Riesdorf oder Niebendorf. Vor kurzem wurde ein Förderverein in Lichterfelde gegründet.

Dieses Engagement wird hin und wieder auch von Politikern gewürdigt. So hat der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke gerade eine Zusage vom Staatsminister Bernd Neumann erhalten. Er stellte jeweils 5000 Euro für die Sanierungsarbeiten an den beiden Taufengeln in den Kirchen in Werbig und Niebendorf in Aussicht. "Es freut mich sehr, dass der Bund dies unterstützt und damit die Restaurierung voranbringt. Das ist nicht selbstverständlich", so Sven Petke. Die Fördermittelanträge sind von den Kirchengemeinden zu stellen.

Welches die ältesten Kirchen im Kreis sind, darüber könne man nur spekulieren, erklärt Kreisarchäologe Stefan Pratsch auf MAZ-Nachfrage. Fast alle romanischen Kirchen des 12. und 13. Jahrhunderts hätten sehr wahrscheinlich hölzerne Vorgängerbauten gehabt, die sich aber nur bei Bodenuntersuchungen in Kirchen oder bei deren Zerstörung archäologisch nachweisen ließen. "Frühe Dorfkirchen hatten die Form sogenannter Stabbohlen-Kirchen, wie es sie heute noch in Norwegen, Schweden und Russland in größerer Zahl gibt", so Stefan Pratsch. "Später wurden sie dann durch massive Bauten ersetzt. Im Areal unseres Landkreises waren dies meist Feldsteinkirchen mit Quadermauerwerk. Erst später wurden Kirchenbauten auch aus Fachwerk und aus Ziegelmauerwerk errichtet."

Nach urkundlichen Überlieferungen stehen die ältesten Kirchenbauten in der Stadt Jüterbog, sie wurden in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gebaut. Zu den ältesten Kirchen gehört demnach die Liebfrauenkirche. "Sicher datieren auch einige Feldsteinkirchen im ländlichen Raum in das ausgehende 12. Jahrhundert, dies ist aber bisher weder urkundlich noch archäologisch belegt", so Stefan Pratsch. (Von Martina Burghardt)

Märkische Allgemeine vom 21. April 2010

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