SANIERUNG: Kirche in Not

Evangelisches Gotteshaus in Hennigsdorf muss instandgesetzt werden / Spenden sind willkommen

HENNIGSDORF - An den Giebelseiten, wo Dachziegel aus der Mauerkrone brechen, ist die evangelische Kirche in Hennigsdorf seit nunmehr anderthalb Jahren von Bauzäunen umgeben. In der Sakristei hat sich der Fußboden so abgesenkt, dass die Schränke schief stehen. Weil das Dach undicht ist und eine Dachrinne fehlt, ist Feuchtigkeit ins Fundament gedrungen. Die Bleiglasfenster sind leicht gewölbt. "Wir haben immer Angst, dass sie bei einem kräftigen Sturm herausfallen", sagt Pfarrer Clemens Liepe.

Ende 2008 hatte er die Pfarrstelle angetreten und sofort mit den Planungen zur Sanierung der Kirche begonnen. Im Sommer dieses Jahres soll es losgehen. Die Gesamtinvestition wird auf 360 000 Euro geschätzt. Mit 170 000 Euro fördert die Stadt Hennigsdorf das Vorhaben, bei der Landeskirche sind 25 000 Euro beantragt, der Kirchenkreis Berlin/Nordost steuert 80 000 Euro bei, die evangelische Kirchengemeinde Hennigsdorf muss 85 000 Euro stemmen. "Wir werden unsere Gemeindemitglieder und die Hennigsdorfer Bevölkerung zu Spenden aufrufen", sagt Liepe. Denn die Rücklage der Gemeinde wird nicht reichen und muss außerdem noch für zusätzliche bauliche Vorhaben aufkommen, die nicht Bestandteil der Hüllensanierung der Kirche sind. So wird zum Beispiel dringend ein Jugendraum benötigt. Außerdem soll ein barrierefreier Zugang zur Kirche für die Rollstuhlfahrer geschaffen werden.

Dach, Fenster und Fassade sollen bis Ende 2010 saniert sein. Sollte das nicht klappen, so Liepe, werde er kein Problem damit haben, die Gottesdienste zu Weihnachten in einer Turnhalle zu feiern. Das hat Liepe schon mal in seiner früheren Gemeinde Trebbin durchgezogen und schwärmt von diesem Weihnachtsfest. Denn im Gegensatz zur unbeheizten Kirche in Trebbin, "saßen wir in der Turnhalle warm und konnten dank der guten Tontechnik die Kinder beim Krippenspiel gut hören", schmunzelt der Pfarrer. (Von Marion Bergsdorf)

Märkische Allgemeine vom 24. April 2010

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