BAUGESCHEHEN: Unterm Dach saß der Wurm

Marode Deckenbalken waren hoffentlich die letzte Überraschung bei der Kirchensanierung in Bredereiche

BREDEREICHE - Zimmermann Heino Gertz von der Baudenkmalpflege Prenzlau sitzt unterm Kirchendach und bessert einen Dachbalken aus. Eine Arbeit, deren Notwendigkeit erst vor kurzem sichtbar geworden ist. Dieser und der Giebelbalken sind marode, wenn sie weiter vor sich hingefault hätten, wäre das dem Giebel schlecht bekommen.

Nach den Sanierungsarbeiten an der Hülle der Kirche waren für das Innere eigentlich nur noch das Aufbringen von Putz an einigen Stellen und später von Schlemmkalk vorgesehen. Doch nun wurden Schäden sichtbar, die noch mal den ganzen Einsatz der Zimmerleute der Baudenkmalpflege Prenzlau erfordern. Heino Gertz und sein Sohn David waren gestern dabei, die maroden Dachbalken zu erneuern.

Die Finanzierung der zusätzlichen Arbeiten kann noch über die bisherige Förderung erfolgen. In den vergangenen Jahren hat Bredereiche die Kosten für die Kirchensanierung dritteln können: ein Drittel gab der Kirchenkreis, ein Drittel die Landeskirche, ein Drittel die Kirchengemeinde. Carola Hildebrandt vom Gemeindekirchenrat, die sich um alles kümmert, ist froh, dass die Gemeinde noch recht viele Grundstücke in Bredereiche und damit Pachteinnahmen hat. Sonst hätte es mit den Eigenmitteln für die Förderung nicht geklappt.

Für die jetzigen Arbeiten im Innenraum veranschlagt sie 18 000 bis 20 000 Euro. Eingeschlossen ist das Öffnen der zugemauerten Fenster hinter dem Altar und das Einsetzen neuer.

"Wir sind gut gefördert worden in den vergangenen Jahren, und jetzt ist die Kirche auch grundhaft in Ordnung. Was jetzt noch kommen könnte, wären Verschönerungen, für die wir aber erst wieder sparen müssen", sagt Carola Hildebrandt.

Bis zum 11. Mai sollen die Innenarbeiten weitestgehend abgeschlossen sein, denn ab dann muss die Kirche geschmückt werden. Am 15. Mai heiratet in Sankt Martin ein junges Paar aus Zootzen und lässt sein Kind dort taufen. (Von Anke Dworek)

Märkische Allgemeine vom 05. Mai 2010

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