Niebendorfer Altar hat wieder barocken Glanz

Niebendorf. Der barocke Altar in der Niebendorfer Kirche wird restauriert. 6000 Euro für das insgesamt knapp 19 000 Euro teure Vorhaben stammen aus Spenden, wie Gerd Queißer vom Gemeindekirchenrat erklärt. Als nächster Bauabschnitt ist die Sanierung der Kanzel vorgesehen.

 
Restaurator Dirk Jacob aus Berlin verleiht dem Niebendorfer Altar wieder neuen Glanz. Die Kirchenausstattung stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Foto: Carmen Berg

Von außen unscheinbar, besitzt die Niebendorfer Kirche innen eine prunkvolle, mit Malereien versehene Holzeinrichtung. "An der jedoch nagt der Wurm", beschreibt Pfarrer Dr. Joachim Boekels das Dilemma. Um den barocken Schatz vor dem Verfall zu retten, startete die Kirchengemeinde eine Spendenaktion. "6000 Euro kamen zusammen", erzählt Gerd Queißer. Zudem flossen in den ersten Bauabschnitt Fördergelder vom Land, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vom Landkreis sowie Eigenmittel der Kirche.

Restaurator Dirk Jacob aus Berlin hat im vergangenen Herbst mit den Arbeiten begonnen. Die Altargemälde sind zum größten Teil wiederhergestellt. "An einigen Stellen war die Farbe bis auf das Holz abgeblättert", sagt der Fachmann. Aufwendig hat er die Reste mit Fischleim verfestigt und Fehlstellen retuschiert. Das Neue dürfe nicht neu wirken, erklärt Dirk Jacob. Über dem Altar leuchtet wieder die Gloriole, ein hölzerner Strahlenkranz. "Zehn Strahlen fehlten und mussten ersetzt werden", so der Restaurator.

Als nächstes soll die Kanzel in die Kur kommen, möglichst noch in diesem Jahr, kündigt Pfarrer Boekels an. Auch sie hat Hilfe nötig. Viele der gewundenen Weinlaubsäulen sind heruntergefallen. "Die wackligen Verzierungen haben wir mit Angelsehne festgemacht", erzählt Gemeindekirchenrätin Gertrud Lehmann. Die Chancen für eine Fortsetzung der Arbeiten stünden gut, ist Pfarrer Boekels optimistisch. 7700 Euro kommen als Spende von einem Geldinstitut, je 1500 Euro von der Stadt Dahme und vom Förderkreis Alte Kirchen Brandenburgs. Zudem hoffen die Niebendorfer erneut auf die Gebefreude vieler Bürger.

"Die Unterstützung bisher war toll," sagt Gerd Queißer. 4000 Euro erbrachten Sammlungen im Doppelort Niebendorf-Heinsdorf. Werner Rändel erzählt von einer früheren Niebendorferin, die in Berlin lebt und ihren 60. Geburtstag in der Heimatkirche feierte. Statt Geschenken bat sie um Spenden für deren Sanierung.

"Schon jetzt schauen sich öfter Touristen unsere Kirche an", sagt Pfarrer Boekels. Mit dem Förderkreis Alte Kirchen soll das Gotteshaus als Touristenziel noch bekannter gemacht werden. Das biete sich an im Komplex mit der baugleich ausgestatteten Kirche von Waltersdorf bei Hohenseefeld und der Kirche von Wiepersdorf, so der Pfarrer.

Von Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 08. Mai 2010

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