Barockaltar kehrt nach Beerfelde zurück

Beerfelde (moz) Der restaurierte Barockaltar hat wieder seinen Platz in der Beerfelder Kirche eingenommen. In zehnmonatiger Kleinstarbeit war er von einem Berliner Restauratorenteam wieder in seinen ursprüngliche Zustand versetzt worden. Wiedereingeweiht wird er am Pfingstmontag.

 
Augenmaß: Die Restauratoren Peter Dörnert (l.), Marita Reincke und Ingo Gorny bauen die Einzelteile des Beerfelder Altars zusammen.
copy; SONJA JENNING

Beim Aufbau sei sie immer ein bisschen nervös, gibt Marita Reincke zu. Doch am Ende sei es immer ein schöner Moment, das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen. Monatelang war sie mit ihren Kollegen im Berliner Atelier mit der Restaurierung des Beerfelder Altars, der wahrscheinlich aus dem Jahre 1713 stammt, beschäftigt. Zeitweise waren acht Mitarbeiter dabei, die Inschriften, Verzierungen und zartblauen Marmorierungen wieder freizulegen, die man 1864 mit weißer Farbe übertüncht hatte. "Das entsprach wohl dem damaligen Zeitgeist", vermutet Marita Reincke. Einiges, wie zahlreiche goldfarbene Konsolen, die die obere Kante des Mittelteils, den sogenannten Architrav, schmücken, war verloren gegangen und musste ersetzt werden. Restauriert wurden auch die beiden Schleierbretter mit ihren vergoldeten Schnitzereien, die links und rechts vom Mittelteil angebracht werden, sowie die Darstellung des letzten Abendmahls, welche in die Predella, das ist der Sockel, eingesetzt wird. Es fehlt nur noch das Mittelgemälde, eine Kreuzigungsszene, die in wenigen Monaten fertiggestellt sein wird.

Dass der Altar Pfingsten nach Beerfelde zurückkehren soll, stand von Anfang an fest, immerhin feiert das Dorf sein 725-jähriges Bestehen. "Das hat uns ein bisschen unter Druck gesetzt", sagt Marita Reincke. Nun ist sie froh, dass das Werk, in Einzelteile zerlegt und gut verpackt, heil angekommen ist. Etwa drei Stunden brauchen sie und ihre Kollegen Peter Dörbert und Ingo Gorny, um die Teile zusammenzufügen und an einem speziellen Untergestell zu befestigen. "Ursprünglich war der Altar eher ein Aufsatz, der auf dem Altartisch stand", erklärt Marita Reincke. Doch da dieser im Zuge der Renovierung und Umgestaltung der Kirche in den 60er Jahren modernisiert und mit einem schmiedeeisernen Kreuz versehen worden war, wurde nun diese Lösung im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege gefunden.

Bei dieser Umgestaltung war der Altar aus der Kirche herausgenommen und auf dem Dachboden eingelagert worden. Ungefähr 30 Jahre blieb er dort, war extremen Klimaschwankungen ausgesetzt, die ihre Spuren hinterließen. "Grundier- und Farbschichten lösten sich in Schollen von den Holztafeln. Umfangreiche Verluste sind bereits zu beklagen", heißt es in einem Gutachten von 1995. Doch damals war kein Geld für eine Restaurierung vorhanden, die Sanierung der Kirchen in Beerfelde und dem benachbarten Jänickendorf hatte Vorrang. Seit 2003 war der Altar dann im Turmraum des Jänickendorfer Gotteshauses zu sehen. "2006 haben wir begonnen, uns um die Finanzierung der Restaurierung zu bemühen", sagt Pfarrer Jörg Hemmerling. 30 000  Euro wurden gebraucht, die aus Fördermitteln, Spenden und Sponsorengeld aufgebracht werden konnten.

Der erste Festgottesdienst findet am Pfingstsonntag, um 10 Uhr, statt. Eingeweiht wird der Altar am Pfingstmontag, um 15  Uhr. Dazu gibt es ein Konzert mit dem moldawischen Panflötisten Roman Kazak, anschließend Kaffeetrinken auf dem Gemeindehof.

Märkische Oderzeitung vom 21. Mai 2010

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