EHRENAMT: Rettung vor dem Verfall

Förderverein Kapper Cappe will das Gotteshaus im Ort erhalten und kulturell beleben

ZEHDENICK - Der Förderverein Kapper Cappe will Nägel mit Köpfen machen. Vor allem möchte das Christian Schulze, der erste Vorsitzende. Zusammen mit sieben weiteren Mitgliedern hat er am 22. April den Verein gegründet, der sich in erster Linie dem Erhalt der Kapper Dorfkirche widmen möchte. Dabei geht es zunächst um ein neues und vor allem nach historischem Vorbild gestaltetes Dach, um die Reparatur der Kirchenorgel und die Erneuerung der Kirchturmuhr. In weiteren Schritten soll das Gotteshaus schrittweise wieder nach historischem Vorbild hergerichtet werden. Um aber die Kirchenkultur in Kappe wieder zum Leben zu erwecken und vor allem Geld für die Aufgaben am Bauwerk zu bekommen, soll es in Kappe Konzerte, Lesungen und anderes mehr geben. Startschuss ist am 11. Juli, wenn eine Gesangssolistin in der Kirche auftritt und im Anschluss alle Gäste zum Brunch eingeladen sind. Karten gibt es für 15 Euro, ermäßigt 13 Euro bei Christian Schulze unter 0 33 07/31 51 10.

Bis dahin gibt es vor allem für den Vorsitzenden, aber auch die anderen Vereinsmitglieder einiges zu tun. Christian Schulze und seine Frau leben seit 30 Jahren in Kappe und betreiben dort ein Feriendomizil. Mit dem Förderverein hat der frühere Berliner ein Anliegen von Lucie Sukrow umgesetzt. Die Nachbarin suchte im Herbst des vergangenen Jahres verzweifelt fünf Kirchenmitglieder, um in Kappe einen Gemeindekirchenrat zu gründen. Die 75-Jährige hatte in den vergangenen Jahren fast im Alleingang die Kirchenarbeit im Ort belebt. Weil aber ein Verein das geeignetere Instrument dafür ist, um auch Förder- und Spendengeld zu akquirieren, gründete sich nun der Kapper Cappe e. V.. Und in den vergangenen vier bis fünf Wochen hat sich viel getan. Der Verein hat sich an einer Ausschreibung des Förderkreises Alte Kirchen in Berlin und Brandenburg beteiligt und hofft auf diesem Weg 2500 Euro zu erhalten. Das Geld wird für die Reparatur des Daches benötigt, kann aber nur als kleiner Teil der benötigten Summe angesehen werden. Deshalb sollen nicht nur Fördermöglichkeiten beispielsweise über die Landesbank gefunden, sondern auch der Kirchenkreis sensibilisiert werden. Am 14. Juni sieht sich Superintendent Uwe Simon den Kapper Kirchenbau an. Ein Architekt war bereits da und hat eine erste Einschätzung der Bausubstanz vorgenommen. "Wir wollen die Kirche original wieder herrichten", sagt Christian Schulze. Das würde auch bedeuten, dass das einst abgerissene Spitzdach wieder draufgesetzt wird.

Das Konzept für die kulturellen Höhepunkte ist klar. Jedes Jahr im Juni, Juli, August und September immer am zweiten Sonntag des Monats soll eine Veranstaltung stattfinden. Erste Kontakte zu Musikern der Deutschen Oper und deren Kammermusikensembles sind geknüpft. So spielt am 8. August Helge Bartholomäus (Fagott) dort und am 12. September das Charlottenburger Bach-Ensemble. Der Titel der Veranstaltungsreihe lautet "Schorfheider Brunchkonzerte in Kappe". Beim Brunch im Anschluss wird es lecker zubereitete und vor allem gesunde Speisen geben.

Um am 11. Juli mit der Reihe starten zu können, muss der Förderverein bis dahin die Sanitäreinrichtungen in der Kirche in Schuss gebracht haben. Für den Netzanschluss soll der Zehdenicker Entwässerungsbetrieb sorgen. "Das müsste klappen", ist Christian Schulze optimistisch. Die erste Ausstellungen mit Arbeiten zweier Maler wird im September im Kirchensaal eröffnet. (Von Andreas Röhl)

Märkische Allgemeine vom 28. Mai 2010

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