BAUEN: Make-up für Heilig Geist

Evangelische Kirche auf der Insel Werder erhält neuen Anstrich / Osttürme werden saniert

WERDER - Die letzten zwei Türme sind eingerüstet und die Farbe für den neuen Anstrich des Gotteshauses am Rathaus in der Inselstadt Werder ist bestimmt. "In den nächsten Wochen werden die beiden Osttürme saniert, verwitterte Steine in der Fassade erneuert und die Außenhaut der Kirche wie im bisherigen Ockerton neu gestrichen", sagt Pfarrer Immo Riebicke. Fördergelder von 67 000 Euro und Zuschüsse von der Kirchengemeinde, Landeskirche und dem Kirchenkreis Potsdam haben die Finanzierung des letzten Abschnitts der Sanierung möglich gemacht. Die Kosten allein für die abschließenden Arbeiten belaufen sich auf 382 000 Euro.

Riebicke freut sich, dass die Restaurierung nun im Sommer vollendet werden kann, die seit der Wende für mehr als eine Million Euro erfolgte. Dazu gehörte auch die Innenausmalung für 57 000 Euro in der Kirche, die 1858 nach Plänen von Friedrich August Stüler errichtet worden war. Spenden der Mitglieder und Freunde der Kirchengemeinde haben die Malerarbeiten möglich gemacht.

Doch nachdem der Hauptturm, das Dach, das vom Hausschwamm befallene Gebälk und sechs Türme erneuert waren, blieb 2006 nur noch ein kleiner Rest in der Kasse, mit dem der neue Anstrich nicht zu bezahlen war. Zwei Jahre später beging die Kirche zwar ihr 150-jähriges Bestehen, aber das notwendige Geld für die abschließende Verschönerung des Denkmals war noch nicht vollständig zusammengetragen. Nun ist das Geld da.

Das Gotteshaus ist bereits das dritte Bauwerk an gleicher Stelle. Die erste, kleine Kirche wurde von den Zisterziensermönchen um 1250 erbaut. Die zweite Bau wurde um 1740 mit Fachwerk-Turm errichtet. Nach weiteren 100 Jahren wurde auf Anregung von Friedrich Wilhelm IV die noch heute zu sehende Kirche im neugotischen Stil erbaut. Schon Fontane nannte sie "aus der Ferne betrachtet, eine Kleinstadtkathedrale". (Von Regine Greiner)

Märkische Allgemeine vom 28. Mai 2010

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