GEMEINDE: Festlich geweiht

Sanierung der Brücker Lambertuskirche gestern feierlich abgeschlossen

BRÜCK - Die Stadt Brück hat ihr Gotteshaus zurück. Nach mehr als fünf Jahren der umfassenden Sanierung ist die Lambertuskirche gestern Nachmittag mit einem Festgottesdienst durch Oberkirchendirektorin Friederike Schwarz und den Superintendenten des Kirchenkreises Lehnin-Belzig, Uwe Teichmann, neu geweiht worden. Dies war zudem Anlass für ein abwechlungsreiches Gemeindefest zwischen Kirche und Pfarrhaus, das am Abend mit einer Live-Übertragung von der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika endete.

Diese vielseitige und unkonventionelle Nutzung kennzeichnet die neue Ausrichtung des Hauses. Pfarrer Helmut Kautz und seine Gemeinde wollen es als "Treffpunkt für alle Bürger der Stadt" verstanden wissen.

Er wolle nie wieder die Frage hören, "Was dürfen wir denn in Ihrer Kirche machen, Herr Pfarrer?", erinnerte sich Kautz an seine Anfangszeit vor zweieinhalb Jahren in Brück. Zuvor war der Kontakt zwischen Kirche und der Stadt von Kommunikationsproblemen überschattet.

Nach dem Motto "Lebenslust in barocker Luft" soll in dem sanierten Gotteshaus nun jedoch vieles möglich sein, "was die Menschen zusammen bringt", so Kautz.

Potsdam-Mittelmarks Ex-Landrat Lothar Koch (SPD) erinnert in seinem Grußwort als Brücker Bürger daran, wie "katastrophal der bauliche Zustand war", als 2005 die Sanierung von Turm und Dachstuhl begonnen worden war. Fast alle Balkenköpfe seien vom Schwamm befallen gewesen. Durch das Engagement vieler Beteiligter, durch Spenden und Fördergeld sei es letzlich gelungen, das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. "Damit ist für mich ein persönlicher Wunsch in Erfüllung gegangen", so Koch.

Allein in die Sanierung des Innenraumes flossen zuletzt rund 240 000 Euro aus verschiedenen Quellen. Damit wurde die Kirche so hergerichtet, wie sie 1776 nach dem verheerenden Stadtbrand von 1764 neu erbaut worden war. Nach einer umfassenden Analyse und immer neuen Abstimmungen mit Denkmalpflegern entschieden sich die Restauratoren dafür, die Gestaltung auf diese Zeit des Barock "zurückzusanieren", so Kautz.

Das nächste Vorhaben ist die Aufarbeitung der Brücker Stadtgeschichte. Sie soll in der Heimatstube der Kirche dokumentiert werden, die bereits in der Sakristei eingerichtet ist.

Dass es mit Gregor von Brück (14841557) als Sohn der Stadt dabei einen bedeutenden Vorfahren gibt, erfuhren die Festgäste gestern bei einem ausführlichen historischen Vortrag über den "Kanzler der Reformation". (Von Thomas Wachs)

Effektive Gemeinschaft

Die Kooperation zur Sanierung der Brücker Kirche macht Mut, findet Thomas Wachs

Engagement auf verschiedenen Ebenen konnte am Wochenende in Brück erlebt und zuweilen gefeiert werden. Grund dazu gab es gestern rund um die Lambertuskirche. Dort ist nicht nur der Abschluss der Sanierung gefeiert worden. Vielmehr ist der neue Glanz des historischen Bauwerkes zugleich Symbol für ein neues Mit-

einander zwischen kirchlicher und weltlicher Gemeinde. Wesentlich ist dies Pastor Helmut Kautz zu verdanken. Anders als sein Vorgänger konnte er alle Bürger in der Stadt, denen schon längere Zeit am Erhalt ihres Gotteshauses gelegen war, mit Offenheit gegenübertreten und sie so mitreißen. Eine ähnlich breite Kooperation wird auch nötig sein, um ein weiteres Wahrzeichen der Stadt vor dem Verfall zu retten. Welchen Schatz die Brücker mit den einmaligen Antennenmesstürmen vor ihrem Ort zu stehen haben, machten Technik-Studenten am Sonnabend deutlich. Eindrücklich stellten sie nach Monaten der gewissenhaften Arbeit heraus, wie einmalig das technische Denkmal ist. Nun kommt es darauf an, Nutzungskonzepte zu erarbeiten, um Fördergeld beantragen zu können. Wenn diese Bedeutung über die Stadt hinaus erkannt wird, ist das Geld gut angelegt. Die Offenheit zwischen privatem Besitzer und Verein ist eine gute Voraussetzung.

Märkische Allgemeine vom 21. Juni 2010

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