KIRCHE: Die Orgel ist seit Jahrzehnten stumm

Gemeinde sammelt jetzt Geld für die Sanierung im Petkuser Gotteshaus

 
Die Orgel in der Petkuser Kirche soll saniert werden.
Foto: Margrit Hahn

PETKUS - Knapp 17 000 Euro werden für die Elementarsanierung der Petkuser Orgel benötigt. Pfarrer Joachim Boekels ist zuversichtlich, dass das Geld bald zusammenkommt und dass das Konzert nach der Sanierung noch in diesem Jahr gegeben wird. Er hofft nämlich auf die Sparkassenstiftung, bei der er 10 000 Euro beantragt hat.

In der ersten Julihälfte werden diese Mittel verteilt. "Das ist dann wie Weihnachten mitten im Sommer", sagt er. Sein Optimismus rührt daher, dass er bisher keinen ablehnenden Bescheid erhalten hat. "Der wäre sicher schon da", glaubt Boekels.

Auf jeden Fall sind die 1000 Euro, die 2008 vom Einbau der Sitzbankheizung übrig geblieben sind, schon auf dem Konto. Die Spendensammlung läuft auch, und bei der Denkmalpflege sind ebenfalls 1000 Euro beantragt worden.

Die Kirche ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Damals hieß der Ort noch Petecose. Die Orgel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den Gebrüdern Dinse eingebaut und war zunächst nicht für Petkus gedacht. "Sie soll 1822 von dem bekannten Orgelbauer Johann Simon Buchholz ursprünglich für das Königliche Institut für Kirchen- und Schulmusik in Berlin erbaut worden sein. Sie ist die zweitälteste Orgel unseres Kirchenkreises", beschreibt der Pfarrer das Instrument. Es hat zwei Manuale und zwölf Register. "Die Orgel ist schon seit Jahren wegen defekter Bälge und Windladen nicht spielbar", ergänzt er.

Das letzte Mal erklang sie in den 70er Jahren; von Petkusern notdürftig instand gesetzt. "Von einer Partnergemeinde wurde ein neuer Orgelmotor für die nur durch Fußtretbetrieb mit Wind versorgbare Orgel gesponsert, der nicht zum regulären Betrieb eingebaut wurde", erläutert Boekels. Das soll nun während der Restaurierung geschehen.

2008 wurden die Petkuser übrigens an den Klang ihrer Orgel erinnert, als die Firma Voigt das gute Stück konserviert, gereinigt und gespielt hat. "Hierbei halfen mehrere Dorfbewohner mit. Sie waren emotional sehr berührt und wollten wissen, ob sie bei der Rekonstruktion auch wieder helfen können", freut sich Joachim Boekels.

Der Pfarrer dankt allen, die gespendet haben und noch spenden werden. Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen verschickt. Sofern mehr als die unbedingt benötigten 16 620,25 Euro zusammenkommen, die im Kostenvoranschlag stehen, werden auch mehr als die elementaren Dinge saniert.

Falls die Petkuser Orgel erst zum Jahresende spielbar ist, kann das Konzert nach mehr als 30 Jahren Stille dennoch genossen werden. Die Sitzbänke sind ja beheizt. (Von Gertraud Behrendt)

Märkische Allgemeine vom 23. Juni 2010

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