DENKMALE: In Keller schlägt bald die Stunde

Sanierung der Dorfkirche verzögert sich und wird teurer / Turmuhr kurz vor dem Einbau

KELLER - An der Kirche von Keller wird wieder gearbeitet. Seit einer Woche verputzen Arbeiter der Baudenkmalpflege Prenzlau den Turm mit Kalkputz Restarbeiten des ersten Bauabschnittes, die noch ungefähr drei Wochen dauern sollen. Danach wird die neue Kirchturmuhr eingebaut werden. Danach werden sich die Kelleraner wieder daran gewöhnen müssen, dass ihnen die Glocke vom Kirchturm die Stunde schlägt.

Die Arbeiten an der Kirche dauern länger und werden teurer als geplant, wie Pfarrer Holger Baum erklärt. Zum einen ließ das feuchte Wetter bis vor Kurzem den Putz nicht richtig trocknen. Das ist aber nötig, weil der Denkmalschutz darauf besteht, dass die Farbe in den Putz gemischt wird. Zum anderen wurde Ende 2009 im Gebälk Schwamm entdeckt. Wenn die Bauarbeiter in Kürze mit dem 2. Bauabschnitt beginnen und das Dach des Kirchenschiffs neu decken, dann werden sie nun zusätzlich auch Dach- und Deckenbalken austauschen müssen. Dadurch wird es teuer. "Wir sind mit unseren Finanzen am Limit. Es gibt eine Deckungslücke", räumt Holger Baum ein und hofft auf ein Einsehen der Fördermittelgeber. Auch Spenden für die Kirche sind weiterhin willkommen.

Gerade an den Spenden hat sich aber im Dorf einiger Unmut entzündet. So hatte das Ehepaar Anita und Kurt Schmock 10 000 Euro für die neue Kirchturmuhr gespendet. Doch dann stellte sich heraus, dass der Stromanschluss und das Schlagwerk noch extra kosteten. In Keller fanden sich weitere Gemeindeglieder, die das fehlende Geld spendeten und Kurt Schmock ärgerte sich. Er wollte doch die Uhr alleine finanzieren. "Ich hätte das fehlende Geld dazugelegt", sagte er am Mittwoch. Die anderen hätten doch fürs Kirchenschiff spenden können.

Pfarrer Holger Baum nimmt die anderen Spender in Schutz. "Jeder gibt, was er kann." Niemand solle sich in den Vordergrund stellen, findet der Pastor. Der eine kann 10 000 Euro geben, für einen anderen seien 50 Euro ein genauso großes Opfer. "Wir wollen niemanden verletzen, der nicht so viel Geld hat." Das Wichtigste sei doch, dass das Dorf am Ende wieder eine intakte Kirche hat. (Von Christian Kranz)

Märkische Allgemeine vom 25. Juni 2010

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