Zuschuss für Kirche genehmigt

Wriezen (moz) Die Evangelische Kirchengemeinde Neulietzegöricke hat einen Sanierungszuschuss für ihre Kirche in Höhe von 10 000 Euro vom Amt Barnim-Oderbruch für das nächste Haushaltsjahr in Aussicht gestellt bekommen. Die Summe wurde in der vergangenen Sitzung des Amtsausschusses in Wriezen mit dem Zusatz genehmigt, dass der Zuschuss tatsächlich benötigt wird.

 

"Ich freue mich, dass dieser Beschluss mehrheitlich gefasst wurde", sagte Horst Wilke, ehrenamtlicher Bürgermeister von Neulewin. "Unsere Kirche hat eine überregionale Bedeutung, sonst hätten wir die Fördermittel nicht erhalten." So besitze die Kirche etwa Malereien im Kirchenschiff, die aus dem Gründungsjahr der Kirche 1840 stammen.

Die Gesamtkosten für die aufwendigen Sanierungsarbeiten von rund 500 000 Euro übernimmt zu über 60 Prozent die "Integrierte ländliche Entwicklung" (ILE). Die restlichen Gelder muss die Gemeinde etwa durch Sponsoren oder Einnahmen bei Kirchenveranstaltungen eigenständig aufbringen.

Dennoch sei es wichtig, dass das Amt den Zuschuss in Aussicht gestellt hat, betonte Wilke. Ein großer Teil der Gelder sei zwar bereits zusammen gekommen, aber eben noch nicht der gesamte.

Gerda Reichert, ehrenamtliche Bürgermeisterin von Neutrebbin, kritisierte dagegen den Zuschuss. "Das gibt der Haushalt einfach nicht her", sagte sie. Als Kirchenälteste sei sie natürlich nicht gegen den Erhalt der Kirche, aber es sei nicht Aufgabe des Amtes, die Kosten zu zahlen. Zumal Steuerzahler aus gesamt Barnim-Oderbruch dafür aufkommen müssten. "Die Kirche wird so oder so saniert, die Fördermittel sind doch schon durch", sagte Gerda Reichert. "Es könnte ohne die Hilfe des Amtes nur länger dauern."

"Kirchen werden heute für viele Veranstaltungen genutzt, nicht nur für den Gottesdienst", sagte Neulewins Bürgermeister Wilke dagegen. Die Kirche könne etwa durch Konzerte oder Ausstellungen wieder Mittelpunkt der Gemeinde sein. Zudem sei der Zuschuss als Sicherheit gedacht, um keinen Kredit aufnehmen zu müssen. Falls aus eigener Kraft genügend Gelder aufgebracht werden können, werde die Gemeinde den Zuschuss nicht in Anspruch nehmen.

Mit der Sanierung der Kirche wurde bereits im Mai diesen Jahres begonnen. Zunächst wird der Außenbereich restauriert, später sollen dann die Feinheiten wie etwa Tischlerarbeiten im Innenbereich folgen.

Märkische Oderzeitung vom 25. Juni 2010

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