Der Kirche wird auf´s Dach gestiegen

Hirschfeld/Schraden Seit dem 5. April ist die 224 Jahre alte denkmalgeschützte Dorfkirche von Hirschfeld eingerüstet. Zurzeit sind Handwerker zugange, um die Dachsanierung abzuschließen. Wie geplant, werden Mitte Juli die Gerüste fallen.

 

Wie Architekt Thomas Weinert, von der Kirchgemeinde Hirschfeld mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt, sagte, hatte die Kirchgemeinde schon seit langem den Wunsch, das Kirchendach neu zu decken.

Doch bisher scheiterte das Unterfangen an der angespannten Finanzsituation. Doch in Hirschfeld trat man die Flucht nach vorn an. Seit 2005 lässt man sich im Gemeindekirchenrat dazu etwas einfallen.

So hat man eine Dachziegelaktion gestartet, bei der jeder, der der Kirchgemeinde Hirschfeld helfen wollte, symbolisch einen Dachziegel kaufte. Mehr als 200 Hirschfelder Bürger, und welche, die der Kirchgemeinde nahe stehen, beteiligten sich an der Aktion. Es wurden auch Strassensammlungen durchgeführt. Mit Baubeginn standen mehr als 120 000 Euro bereit.

Davon wurden mehr als 50 Prozent durch Spenden erbracht. Auch die niederländische Partnergemeinde Bennekom beteiligte sich, indem sie 10 000 Euro spendete. Die Kommune Hirschfeld griff tief ins Säckel, und stellte 10 000 Euro bereit. Der Rest wurde durch Kredite und Baubeihilfen des Kirchenkreises Bad Liebenwerda finanziert. »Im Laufe der Baumassnahmen sind Sachen zutage getreten, die vorher nicht sichtbar waren. So mussten wir uns mit Hausschwamm und morschen Balken herumschlagen«, so Thomas Weinert.

Am Bau sind nur Handwerker der ostdeutschen Region beschäftigt. Das Dach wurde durch traditionelle Arbeit mit Berliner Kultur-Biber gedeckt. Das sind spezielle Dachziegel, die nur an historischen Bauwerken verwendet werden. Ebenso wurden die Zimmererarbeiten in traditioneller Bauweise ausgeführt.

Der 22-jährige Zimmerer Christoph Hoppe erklärte, dass die teilweise Erneuerung des Dachgebälks nur bedingt einen Eingriff in die jahrhundertealte Bauweise darstellte. »Gerade die Bewahrung dieser historischen Handwerksarbeit, stellt für uns eine grosse Herausforderung dar«, so Hoppe. Wie vom Gemeindekirchenrat Hirschfeld verlautet, ist nach Abschluss der Arbeiten am Gotteshaus, ein Kirchgemeindefest geplant.

Von Heinz Hirschfeld

Lausitzer Rundschau vom 30. Juni 2010

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