KIRCHE: Das Ende der Holzwürmer

Baubeginn des ersten Abschnittes zur Rettung der Kirchenorgel in Wulfersdorf

WULFERSDORF - An der Orgel in der Kirche Wulfersdorf nagen Holzwürmer. Das einstige Schmuckstück des Papenbrucher Erbauers Friedrich Hermann Lütkemüller (1815 bis 1897) ist so sehr durchlöchert, dass sich wahrscheinlich ganze Wurmdynastien über die Zeit gegründet haben müssen. Nun naht ihr jähes Ende. Mit einem speziellen Gas sollen sie restlos ausgeräuchert werden.

"Für den ersten Bauabschnitt haben wir das Geld zusammen. Viele Bürger aus dem Dorf und aus anderen Orten haben Geld gespendet", freut sich der Wulfersdorfer Kirchenälteste Olaf Fröhlich. Einer der Spender ist er selbst. Zu seiner Silberhochzeit hatte er sich Geld für die Orgel statt Blumen gewünscht.

Jetzt geht es los. Am Dienstag waren Benjamin Welde und Jakob Laake im Auftrag des mecklenburgischen Orgelbauers Andreas Arnold aus Plau am See in der Wulfersdorfer Kirche.

Der erste Bauabschnitt umfasst den Ausbau der Metallpfeifen und anderer metallener Gegenstände. "Das Gas würde die Pfeifen beschädigen. Damit diese nicht rosten, werden sie ausgebaut und woanders gelagert", erklärt Benjamin Welde. Zeitgleich wird die Orgel von Staub und Wurmfraß befreit. Einen Termin zum Begasen der Kirche gibt es noch nicht. Mit dieser Maßnahme werden auch alle anderen Holzelemente wie Bänke und Empore behandelt. Wenn die Kirche danach wieder begehbar ist, bauen Benjamin Welde und Jakob Laake die Orgel zusammen.

5000 Euro kostet dieses erste Unterfangen. Für die Restaurierung der Orgel sind insgesamt 25 000 Euro nötig. "Wir haben den Anfang gemacht. Das restliche Holz vor weiterem Befall zu schützen, ist das Allerwichtigste", erklärt Olaf Fröhlich. Er und die Kirchenmitglieder sammeln weiterhin Geld zur Rettung des Instrumentes.

Für den zweiten Bauabschnitt sind erste Spenden eingetroffen, unter anderem 1000 Euro von der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz. (Von Madlen Wirtz)

Märkische Allgemeine vom 05. Juli 2010

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