Raseneisenstein an der Kirche bröckelt

 
Der Ostflügel der Frauenhorster Kirche muss dringend saniert werden.
Foto: Gückel/svg1

Frauenhorst . Die im 14. Jahrhundert errichtete Dorfkirche von Frauenhorst, eine Filialkirche von Herzberg, gehört zu den wenigen vollständig im Raseneisenstein errichteten Dorfkirchen der Region. Baulich steht es um das Gotteshaus heute aber alles andere als gut. Dem noch vor der Reformation dem Heiligen Martin geweihten Gotteshaus macht vor allem sein Ostgiebel zu schaffen, an dem der verbaute Raseneisenstein massiv zu bröckeln beginnt.

Einhalt gebieten soll dieser Entwicklung ab Herbst eine Sanierungsmaßnahme, für die zum jetzigen Zeitpunkt 57 000 Euro zur Verfügung stehen. Sichergestellt wurde die Summe vom Kirchenkreis, der Kirchlichen Baudenkmalstiftung und aus Eigenmitteln der Kirchgemeinde. Diese hatte im vergangenen Jahr ein Kirchenfest organisiert, das nicht nur regen Zuspruch fand, sondern auch Geld in die Gemeindekirchenkasse spülte. »Die Überlegung, zur Absicherung des zweiten Bauabschnittes wiederum ein Kirchenfest durchzuführen, fiel deshalb nicht schwer», sagt Heike Bachmann, Gemeindekirchenratsvorsitzende. Zumal der kleine Herzberger Stadtteil kaum andere Möglichkeiten hat, den zur Beantragung von Fördermitteln notwendigen finanziellen Eigenanteil aufzubringen. Den Auftakt für das zweite Kirchenfest am kommenden Sonntag bildet der für 14 Uhr geplante Gottesdienst mit Pfarrerin Renate Timm, den vor allem der junge Herzberger Musiker Johannes Pitzonka musikalisch ausgestaltet. Eine Kaffeetafel auf dem Dorfplatz, Kutschfahrten, Kinderspiele, Kinderschminken sowie ein Auftritt der Jeßnigker Landfrauen sind weitere Programmpunkte, die zum Gelingen des Festes beitragen sollen. Für das leibliche Wohl werden Kuchen, Bratwurst und Bowle angeboten. Die Frauenhorster hoffen am Sonntag auf viele Gäste.

Baufachlich begleitet und geführt wird die demnächst anstehende Sanierung durch ein Herzberger Büro. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, hofft man in Frauenhorst darauf, dass der Marienaltar, der gegenwärtig in der Kirche Herzberg untergestellt ist und dort auch besichtigt werden kann, wieder an seinen angestammten Platz in der Dorfkirche zurückfindet. Bei dem Altar handelt es sich um einen bedeutenden Schrein aus der Cranachschule.

Sven Gückel

Lausitzer Rundschau vom 30. Juli 2010

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