KLOSTER: Das Lindower Wahrzeichen zerfällt

Stadt und Kirche bitten um Spenden

LINDOW - Schon Theodor Fontane machte sich Sorgen um die Giebelwand der Lindower Klosterruine: "Sie stand da, wie bereit, alles unter ihrem beständig drohenden Niedersturz zu begraben, und nur das eine konnte wieder beruhigen, dass sich auf höchster Spitze der Wand ein Storchenpaar eingenistet hatte. Störche, deren feines Vorgefühl immer weiß, ob etwas hält oder fällt."

Störche nisten schon lange nicht mehr auf dem Klostergiebel. "Das Wahrzeichen Lindows verfällt", warnt seit Kurzem eine Broschüre, die in der Touristinformation auf dem Marktplatz ausliegt. Unter dem Motto "Rettet die Klosterruine" rufen darin der Lindower Bürgermeister Wolfgang Schwericke, Amtsdirektor Danilo Lieske, Pfarrer Holger Baum und der Kapitelsvorsitzende Horst Borgmann zu Spenden auf.

15 000 Flugblätter hat Horst Borgmann drucken lassen. Erstmals verteilt wurden sie bei den Lindower Nonnenfestspielen.

Der Kapitelsvorsitzende geht davon aus, dass eine halbe Million Euro nötig ist, um die Ruine und den angrenzenden Friedhof zu sanieren. Im März nannte das Stiftskapitel 356 644 Euro für die drei Bauabschnitte. Bei einer höchstmöglichen Förderung von 80 Prozent müssten die Kirche, der Landkreis, die Stadt und Spender fast 107 000 Euro Eigenanteil aufbringen.

An der Ruine drohen Feldsteine abzustürzen. Dringend gesichert werden muss die Mauerkrone. Umstritten ist auch der Efeu am Südgiebel. Einerseits wirbt Lindow mit dem "Charme des rankenden Efeus", andererseits seien dessen Triebe im Laufe mehrerer Jahrzehnte tief ins Mauerwerk vorgedrungen. Die einen sagen, er zerstöre das Mauerwerk, die anderen, er halte es zusammen. (ck)

Märkische Allgemeine vom 31. Juli 2010

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