Kirchenschiff der Klosterkirche Doberlug wird 2011 aufgefrischt

DOBERLUG-KIRCHHAIN 2012 soll es eine große Eröffnungsfeier in der Klosterkirche Doberlug geben zum krönenden Abschluss der jahrelangen Sanierung des national bedeutenden Denkmals. Derzeit wird die Westfassade erneuert.

 
Restauratorin Diana Berger-Schmidt vor der Darstellung der christlichen Lehre an der südlichen Chorwand.
Fotos: Heike Lehmann
Volkmar Voigt, mit seiner Malerwerkstatt seit 2002 in der Kirche am Werk, im Gespräch mit Bauleiter Kai Misera (r.).

Die beiden monumentalen Wandgemälde im Chorraum der Klosterkirche haben in den zurückliegenden Monaten eine restauratorische Auffrischung erfahren. Pünktlich zum Brandenburgischen Sommerkonzert waren sie frei vom Gerüst in voller Schönheit sichtbar. Für die Restauratorin Diana Berger-Schmidt war es die erste Arbeit in der Klosterkirche, ihr Mann Thomas Schmidt hat sich bei der Restaurierung schon mehr einbringen können. "Die Wand- und Steinmalerei ist aber mein Spezialgebiet", so die 34-Jährige.

Die Wandgemälde tragen die Jahreszahl 1909 und sind nach Skizzen des Architekten Karl Weber durch Ernst Fey in Temperafarben ausgeführt worden. Sie stellen die christliche Lehre an der Südwand und die weltliche Herrschaft an der Nordwand dar. So zurückhaltend, wie das ganze Chorgewölbe jetzt überholt wurde, ist auch mit den Gemälden umgegangen worden. "Wir haben nicht übersaniert, sondern konserviert. Dazu gehörte, bereichsweise zu retuschieren, zu reinigen und zu sichern", erklärt Diana Berger-Schmidt. Wichtige Stellen seien auch wieder angelegt worden, ergänzt Kai Misera, der für die Sanierung zuständige Bauleiter vom Architekturbüro Angelis & Partner. Geblieben ist zum Beispiel, dass das Nordbild wegen der Sonneneinstrahlung gegenüber dem Südbild an farblicher Brillanz verloren hat. "Das gehört nach so langer Zeit dazu", so Berger-Schmidt.

Seit 2002 hinterlässt die Malerwerkstatt von Volkmar Voigt ihre Spuren an der Klosterkirche. "Mit der Apsis hat es damals begonnen und es ist einer der schönsten Aufträge der letzten zehn Jahre", so der Handwerker, der die Maurer- und Putzarbeiten am Westgiebel ausführt. "Ende September soll er fertig sein. Dann zeigt die Kirche ein einheitliches Bild", sagt Misera.

450 000 Euro - Mittel vom Land, vom Bund und aus Kirchenkassen - stehen allein im Jahr 2010 zur Verfügung, so Misera. "80 000 Euro für den Westgiebel, der Rest für die Innensanierung", erklärt er. Das Kirchenschiff inklusive Decke, Vertäfelung und Wandbilder wird bis ins Jahr 2011 saniert. Von der Brandenburger Haushaltssperre sei das Projekt nicht betroffen.

Doch nicht alles bleibt alt in der Kirche. Eine moderne Computeranlage soll die Luftfeuchtigkeit regulieren - die am Bau und an der Ausstattung Spuren hinterließ. "Bei 19 Grad schließen sich automatisch die Fenster", so Misera.

Von Heike Lehmann

Lausitzer Rundschau vom 10. August 2010

   Zur Artikelübersicht