Zahn der Jahrhunderte hat am Altar genagt

FRANKENA Die Frankenaer haben es geschafft: Seit Jahren sammeln sie Geld, um ihren Kirchenaltar restaurieren zu können. Mehr als 25 000 Euro würde das kosten. Vor wenigen Tagen war die Summe beisammen. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gibt einen großen Teil dazu.

 
Christa-Maria Alpermann vor dem restaurierungsbedürftigen Frankenaer Altar aus dem Jahr 1696.
Foto: Heike Lehmann

Die Mitteilung über die Spende sei eine große Überraschung gewesen, so Christa-Maria Alpermann. Immerhin haben die Frankenaer dafür einen zweiten Anlauf nehmen müssen, im vorigen Jahr noch mussten sie die Ablehnung verkraften. "Dafür ist es jetzt wie Weihnachten und Ostern zusammen", freut sich Pfarrer i.R. Gottfried Alpermann. Der Altar ist das älteste Ausstattungsstück in der Frankenaer Pantaleonskirche, sagt er. Wer genau hinschaut, sieht das auch. Der Zahn der Jahrhunderte hat an ihm genagt, der Holzwurm tut es bis heute.

Der Altar stammt aus dem Jahr 1696 - die Kirche selbst wurde vor 1250 erbaut. Drei Bildtafeln des Malers Michael Scharben aus Lübben schmücken den Altar. Sie zeigen das letzte Abendmahl, die Kreuzigung Jesu und die Himmelfahrt. "Wir sind stolz, dass wir so bodenständige Kunst in unserer Kirche haben", sagt Alpermann. "Die Orgel ist eine wertvolle Schröther-Orgel, ein Sonnewalder Baumeister, und der Altar von einem Lübbener."

2006 hatten die Frankenaer schon ihre Schröther-Orgel, ebenfalls nach einem beispielhaften Spendenmarathon, restaurieren können. Seitdem veranstalten sie regelmäßig anspruchsvolle Orgelkonzerte, bei denen das Instrument seine Klangvielfalt zur Geltung bringen kann. Aber auch bei den 14-täglichen Gottesdiensten wird die Orgel gespielt - von den Frankenaern Gottfried Alpermann, Daniela Reiche und Carolin Hammitsch.

Am Dienstag bekommt die evangelische Kirchengemeinde die Zuwendung von der Sparkasse. "Damit können wir der Restauratorin Martina Dürrschmitdt aus Großräschen endlich grünes Licht geben", freut sich Christa-Maria Alpermann. Die Frankenaer legen Wert darauf, dass Firmen der Region die Aufträge bekommen. Das war so bei der Orgel und das wird auch beim Altar so gehandhabt.

Es sind in den nächsten Wochen nicht nur die Gemälde aufzufrischen. "Es sind auch einige Fehlstellen zu ergänzen, wie ein Engelskopf mit Flügeln und eine Strahlensonne", sagt Pfarrer Alpermann.

Beide Details liegen schon in der Kirche für die Montage bereit. Noch in diesem Jahr soll der Altar fertig werden. Schon jetzt schmieden die Frankenaer allerdings neue Pläne für weitere Sanierungsarbeiten: die Farbgebung in der Kirche ist beispielsweise nicht stimmig und die hölzerne Dachkonstruktion zudem schadhaft.

Von Heike Lehmann

Lausitzer Rundschau vom 14. August 2010

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