SANIERUNG: Land gibt Geld für Woltersdorf

Innenraum der Dorfkirche wird zum gemeinsamen Veranstaltungsort

WOLTERSDORF - Freudige Stimmung in der Gemeinde und beim Förderverein. Die Innenrenovierung der Woltersdorfer Kirche kann beginnen. Wie Amtsdirektorin Gudrun Liebener mitteilte, ist in der Verwaltung ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 102 000 Euro eingegangen. Die vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordung ausgereichten Fördermittel dienen im Kern dazu, in den Innenraum der Kirche einen Versammlungs- und Veranstaltungsraum für die Öffentlichkeit zu integrieren. "In Woltersdorf gibt es ansonsten keine Möglichkeit gemeinschaftlicher Zusammenkünfte", so Amtsdirektorin Liebener.

Die Gemeinde Bensdorf gibt 64 000 Euro aus ihrem Haushalt dazu. Die Arbeiten sollen Ende Juli 2011 abgeschlossen sein. Mit diesem letzten Bauabschnitt wäre die Woltersdorfer Kirche durchsaniert. Denn in die Sanierung der Hülle des fast 200 Jahre alten Gotteshauses waren bereits in den vergangenen Jahren 230 000 Euro geflossen. Grundlage für die Förderung war eine Nutzungsvereinbarung, die die Gemeinde Bensdorf und die Evangelische Kirchengemeinde abgeschlossen haben. Danach soll die Kirche sowohl für kirchliche als auch für weltliche Veranstaltungen genutzt werden können. Dazu gehören ebenso weltliche Trauerfeiern. Getrennt nutzbare Räume sollen durch eine transparente Glas-Stahl-Konstruktion optisch vereint werden.

Zum Nutzungskonzept gehört die Durchführung von Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen. Gleichzeitig erhofft man sich einen zusätzlichen Anziehungspunkt für die Ausflügler und Touristen im Amt Wusterwitz. Außerdem will sich Woltersdorf an der Aktion "Offene Kirchen" des Förderkreises "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" beteiligen. (bür)

Gerettet

Frank Bürstenbinder über die Fördermittel für die letzte Bauphase in Woltersdorf

Der Woltersdorfer Förderverein unter Vorsitz von Helmut Scheer ist seinem Ziel so nah wie noch nie. In einem Jahr kann die Eröffnung der Dorfkirche als kirchliches und weltliches Gemeindezentrum erfolgen. Das Land unterstützt die Arbeiten im Innern mit 102 000 Euro. Zwar hatten alle Seiten schon 2009 auf ein Weihnachtsgeschenk gehofft, doch schmälert die Verzögerung die Freude über den Zuwendungsbescheid nicht. Es gibt einige Beispiele im Altkreis Brandenburg, wo dank der guten Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirchengemeinde marode Bausubstanz gerettet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. Weseram und Gortz stehen für gelungene Projekte. Natürlich bleibt die Woltersdorfer Kirche zuallererst eine Kirche. Doch unter ihrem Dach werden sich in Zukunft Menschen ohne religiösem Besuch zu Veranstaltungen treffen, die dem Charakter des Hauses angemessen sind. Erst die Nutzungsvereinbarung macht eine staatliche Unterstützung möglich. Über 60 000 Euro kommen aus dem Bensdorfer Gemeindehaushalt. Das ist viel Geld, wenn man bedenkt, dass von knapp 400 Woltersdorfern 300 nicht Mitglied der Kirche sind. Dafür wird ein identitätsstiftendes Bauwerk gerettet und für die Allgemeinheit hergerichtet.

Märkische Allgemeine vom 23. August 2010

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