RELIGION: Eine Wendeltreppe bis nach ganz oben

Hennickendorfer Kirchengemeinde lässt Gotteshaus sanieren

 
Tischler Fred Ziehe entfernt die Spanplatten, sodass die Sicht auf die alte verschnörkelte Treppe.
Foto: MAZ

HENNICKENDORF - Fred Ziehe hatte gestern alle Mühe, die großen Spanplatten zu beseitigen, hinter denen eine sechs Meter hohe Wendeltreppe verborgen war. Der Hennickendorfer Unternehmer wusste, dass sich neben dem Gemeinderaum, der auch als Winterkirche bezeichnet wird, eine Treppe befindet. "Dass sie so schön ist, hätte ich nicht gedacht", sagt Tischler Fred Ziehe. Er hatte bei der Sanierung der Kirche um das Jahr 2000 die Kirchenbänke aufgearbeitet.

Wer die Treppe einbauen ließ, ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass sie einst nicht für die Kirche angefertigt wurde, denn der Sockel besteht aus Holz.

"Die Idee, die gusseiserne Treppe freizulegen, besteht seit Jahren. Eigentlich sollte dies schon bei der großen Sanierung vor einigen Jahren mitgemacht werden. Doch dann wurde nichts daraus", sagt die Kirchenratsvorsitzende Gudrun Müller.

Inzwischen hat die Gemeinde das Geld zusammen, sodass die Arbeiten ausgeführt werden können. Bei der Vergabe der Aufträge wurde darauf geachtet, dass ortsansässige Firmen zum Einsatz kommen. "Wenn um Spenden für die Kirche gebeten wird, sind die Hennickendorfer Unternehmer immer großzügig. Und so haben wir sie jetzt auch so weit wie möglich berücksichtigt", erklärt Gudrun Müller.

Neben der Freilegung der Treppe bedarf die Winterkirche einer Generalüberholung. Fußbodenleger waren gestern vor Ort, um den alten Spannteppich herauszureißen und zu sehen, inwieweit die Holzdielen abgeschliffen oder ausgetauscht werden müssen.

Auch die Dachdecker haben noch einiges am Gotteshaus zu tun. Nachdem im Frühjahr durch den Sturm einige Dachsteine heruntergefallen waren, sollen jetzt die Reparaturarbeiten erfolgen. Bei dieser Gelegenheit soll ein Teil des schweren Storchennestes abgetragen werden. "Solange die Störche oben auf der Kirche saßen, wollten wir sie nicht stören. Inzwischen ist das Storchenpaar mit seinen drei Jungen weggeflogen, sodass die Arbeiten ausgeführt werden können", sagt die Kirchenratsvorsitzende. Sie ist seit zwei Jahren im Amt und löste Dietmar Rindt ab, der die Freilegung der Treppe und die weiteren Sanierungsarbeiten auf den Weg gebracht hatte. (Von Margrit Hahn)

Märkische Allgemeine vom 15. September 2010

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