Kirchenfassade noch nicht komplett

Jacobsdorf (moz) Der zweite Bauabschnitt der Sanierung der Jacobsdorfer Kirche neigt sich dem Ende entgegen, doch richtig fertig ist das Gotteshaus nicht. Denn statt der gesamten Fassade konnte nur die Ostseite saniert werden die aber dafür komplett. Ursprünglich war geplant, sich nur um den Sockel des Gebäudes zu kümmern. "Wir haben erst bei der Arbeit gemerkt, wie locker und instabil die Fugen waren", sagt Architekt Armin Gebauer.

 
Bauarbeiten an der Kirche in Jacobsdorf: Die Maurer Hans-Ulrich Plura (vorn) und Fred Zingelmann sanieren die Fugen am Ostgiebel des Gotteshauses.
Foto: MOZ/ Sonja Jenning

In aufwendiger Kleinarbeit wurden sämtliche Fugen der Ostseite, vom Sockel bis zum Dach, überprüft und lose Bestandteile entfernt. "Dabei sind wir zum Teil bis zu 20 Zentimeter tief ins Mauerwerk gegangen", so Gebauer. Dann wurde die Fugen mit einem speziellen Mörtel nach historischem Vorbild wieder aufgefüllt. "Zu DDR-Zeiten wurden die Löcher notdürftig mit Buna-Kalk gestopft", so der Architekt weiter, doch dieser habe mehr Schaden angerichtet als genutzt, da er zu starr gewesen sei, sich bei Feuchtigkeit bewegt und damit die Fugen zum Teil förmlich herausgesprengt habe.

Nun ist zwar der Ostgiebel neu und schön, aber das Geld reicht nicht mehr für die anderen Seiten. 40 000 bis 50 000 Euro würde ein weiterer Bauabschnitt kosten, schätzt Gebauer. "Dafür müssen wir noch mal Fördermittel bei der Landeskirche beantragen oder einen Kredit aufnehmen", so Pfarrer Andreas Althausen. Darüber müsse zunächst im Gemeindekirchenrat beraten werden. Im ersten und zweiten Abschnitt wurden für Turm, Dach und Fassade bereits ungefähr 190 000 Euro verbaut.

Dennoch ist Pfarrer Althausen mit dem Anblick seiner Kirche zufrieden. "Sie ist ein echter Blickfang geworden", sagt er und steht mit dieser Meinung nicht allein. "Bei NaturKultur standen die Leute regelrecht Schlange", erzählt er und auch Pilger, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind, würden gern eine Pause einlegen, um einen Blick in die Kirche zu werfen.

Märkische Oderzeitung vom 24. September 2010

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