Kreuzkirche wird trockengelegt

Neuzelle (moz) Die evangelische Kirche "Zum heiligen Kreuz" im Stift Neuzelle wird in den kommenden vier Jahren umfassend saniert. Die Arbeiten werden voraussichtlich etwa drei Millionen Euro kosten. In den nächsten Wochen sollen zunächst die Wände freigelegt und getrocknet werden.

 
Mit Kuppel: Die evangelische Kirche "Zum heiligen Kreuz" wird jetzt trockengelegt. Auf der Ostseite ist die großflächige Durchfeuchtung des Mauerwerkes gut zu erkennen.
© MOZ/Gerrit Freitag

Stiftsplatz und Kutschstall, Klausurgebäude und Außenanlagen im Kloster Neuzelle sind in den kommenden Jahren umfassende Sanierungsarbeiten geplant. Finanziert werden sollen sie zum Großteil mit Hilfe von Fördermitteln der EU. Wann es losgeht, ist noch immer unklar. Für einen Teil der Arbeiten sind die Eigenmittel der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle nach wie vor nicht gesichert. Für den anderen Teil fehlt eine Entscheidung des Gemeinsamen Technischen Sekretariates des Landes Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie in Zielona Góra, das über die Vergabe der Mittel befindet. 19,3 Millionen Euro sollen bis Ende 2013 dann läuft die aktuelle Förderperiode aus investiert werden.

Für ein weiteres Projekt auf dem Klostergelände laufen indessen bereits die Arbeiten. Denn die Stiftung Stift Neuzelle lässt jetzt auch die evangelische Kirche "Zum heiligen Kreuz", die sich ebenfalls im Eigentum der Stiftung befindet, umfassend sanieren. Das Geld dafür kommt jedoch nicht aus den Fördertöpfen der EU, sondern vom Land Brandenburg und vom Bund.

2009 begannen die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung. "Etwa 92 000 Euro konnten wir für die ersten Voruntersuchungen ausgeben", erläutert Walter Ederer, Marketingdirektor bei der Stiftung Stift Neuzelle. Das Geld sei je zur Hälfte vom Land und vom Bund gekommen.

Förderer sind das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und der Bundesbeauftragte für Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM). Der BKM fördert die Sanierung von Baudenkmälern über das Bundesprogramm "Erhaltung von Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung". Auch mit Hilfe dieses Programms war zwischen 1995 und 2005 die katholische Stiftskirche St. Marien im Kloster Neuzelle erneuert worden. "Dank der Fördermittel konnten wir die Fassaden, das Dach und die Sakristei sanieren", sagt Walter Ederer. "Normalerweise wird eine Förderung innerhalb einer Liegenschaft nicht verlängert, doch es ist uns als Stiftung gelungen, erneut in das Programm aufgenommen zu werden für die Arbeiten in der evangelischen Kirche."

Für das laufende Jahr ist der Stiftung Stift Neuzelle eine Fördersumme von 300 000 Euro bewilligt worden ebenfalls je zur Hälfte von Land und Bund bereitgestellt. "Davon haben wir die weiteren Voruntersuchungen sowie die Planung der Sanierungsarbeiten finanziert", erklärt Walter Ederer. Bis Ende Oktober muss die Fortsetzung der Förderung im Jahr 2011 beantragt werden. Der Antrag wird derzeit erarbeitet.

Geplant drei Millionen Euro will die öffentliche Einrichtung bis zum Jahr 2014 investieren. Die Hauptarbeiten sollen ab 2011 erfolgen. "Wir werden die gesamte Kirche sanieren", sagt Antje Zimdars-Weigelt, die das Projekt bei der Stiftung betreut. "Zum Teil muss die Dachkonstruktion über den Gewölben stabilisiert werden. Die Fassade wird neu verputzt und gestrichen. Das Dach wird neu eingedeckt." Ein Schwerpunkt werde die Restaurierung des Holzaltars, an dem der Zahn der Zeit und Holzwürmer ihre Spuren hinterlassen haben, sein.

"Auch die Orgel werden wir restaurieren", blickt Antje Zimdars-Weigelt voraus. Das Instrument war 1728 hergestellt und dann mehrfach umgebaut worden. Zum Teil ist sie als Sonnenorgel erhalten "am Orgelprospekt sind die Orgelpfeifen wie die Strahlen einer Sonne angeordnet", so die Stiftungsmitarbeiterin.

Die Bauarbeiten starten noch im Herbst. "Wir beginnen mit der Freilegung der Außenwände, um die Wände trocknen zu können", informiert Antje Zimdars-Weigelt. "Das Außenmauerwerk ist stark durchfeuchtet." Diese ersten Maßnahmen würden im Rahmen vorgezogener Erd- und Abdichtungsarbeiten realisiert.

Märkische Oderzeitung vom 13. Oktober 2010

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